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Die schönsten BergseenNach den Strapazen lockt das kühle Bad

Ob Calancatal, Romandie oder Toggenburg: In der Schweiz gibt es jede Menge traumhafter Bergseen. Elf stille Wasser, die noch wahre Geheimtipps sind und zum Schwimmen einladen.

In diesem Sommer droht Gedränge an unseren beliebtesten Bergbadeseen. Aber Stazer-, Cauma- oder Riffelsee kann man getrost links liegen lassen – und dafür wahre alpine Juwelen entdecken. Manche dieser Seen erreicht man nur zu Fuss auf einer mehrstündigen Wanderung. Die Belohnung für die Strapazen: eine Abkühlung im klaren Bergwasser.

Bachsee, Grindelwald BE

Beeindruckendes Panorama. Der Bachsee liegt auf 2265 Meter über Meer am Wanderweg vom First zur Schynige Platte.
Beeindruckendes Panorama. Der Bachsee liegt auf 2265 Meter über Meer am Wanderweg vom First zur Schynige Platte.
Fotos: PD

Man kann die mächtigsten Gipfel rund um Grindelwald gleich doppelt sehen. Dazu schlägt der Wanderer folgende Route ein: Zuerst geht es per Seilbahn auf den First. Nach einem steilen, aber kurzen Anstieg erreicht man die Gummihütte. Schon hier ist der Anblick von Gipfeln wie Schreckhorn und Finsteraarhorn beeindruckend. Später führt die Tour fast ebenen Weges bis zum Bachsee. Wer sich diesem Anblick hingeben will, bleibt an einem der Rastplätze sitzen und geniesst ein kühlendes Bad. Oder man steigt weiter hoch Richtung Burgihütte bis zum Faulhorn, wo die Aussicht auf die Gipfel noch spektakulärer ist.

Hinterburgseeli, Axalp BE

Den Schnitzlerweg an den See ist von kunstvoll geschnitzten Baumstrünken gesäumt.
Den Schnitzlerweg an den See ist von kunstvoll geschnitzten Baumstrünken gesäumt.

Schaut man auf die Landkarte, findet man die Axalp fast im Herzen unseres Landes. Das allein wäre schon ein Grund, einmal dorthin zu reisen; der Ort thront an schöner Lage auf dem Gemeindegebiet von Brienz. Es lockt aber auch ein malerischer Bergsee – das Hinterburgseeli. Es liegt in einer Senke und wird am Ostufer von der steilen Felswand zur Oltschiburg begrenzt. Erreichbar nach einer einstündigen Wanderung ab der Axalp auf dem Schnitzlerweg, der von vielen kunstvoll geschnitzten Baumstrünken gesäumt ist.

Lagh de Calvaresc, Calancatal GR

Ein Herz für Bachforellen – und für unverfrorene Wanderer.
Ein Herz für Bachforellen – und für unverfrorene Wanderer.

Wandererherzen schlagen höher: Wenn man nach dem steilen Aufstieg von Rossa im Calancatal Richtung Piz de Ganan ein schönes Plätzchen für eine Pause sucht, findet man es beim Lagh de Calvaresc. Das Besondere an diesem kleinen See auf einer Höhe von 2214 Meter über Meer? Er hat die Form eines Herzens. Natürlich kann man auch darin baden, wenn man kein «Gfrörli» ist und kein Problem damit hat, dass Bachforellen munter um die Beine schwimmen.

Sewenseeli, Sarnen OW

Die Kapelle Maria Seeberger thront über dem See.
Die Kapelle Maria Seeberger thront über dem See.

Vom Glaubenbergpass oberhalb von Sarnen führt ein Wanderweg via Rickhubel in einer Stunde zum Sewenseeli. Das idyllische Wasser liegt in einem Hochmoor und ist deshalb auch nicht glasklar. Es eignet sich aber gut zum Baden. Etwas erhöht befindet sich die hübsche Kapelle Maria Seeberger.

Gräppelensee, Unterwasser SG

Im Winter 2016/17 wurden hier minus 38,2 Grad Celsius gemessen.
Im Winter 2016/17 wurden hier minus 38,2 Grad Celsius gemessen.

Wer die Menschenmassen an den Seen rund um den Alpstein meiden möchte, sollte es mal mit dem Gräppelensee im Toggenburg versuchen. Der Bergsee versteckt sich abseits der beliebtesten Wanderwege und ist in eineinhalb Stunden ab Unterwasser zu erreichen. Die Location gilt als eine der kältesten der Schweiz: Im Winter 2016/17 wurden hier minus 38,2 Grad Celsius gemessen. Doch im Sommer geht er als angenehmer Badesee durch mit Steg und gemütlichem Picknickplatz.

Murgseen, Murg SG

Die Murgseehütte ist mit allen Wassern gewaschen.
Die Murgseehütte ist mit allen Wassern gewaschen.

Diese drei Seen in einem wildromantischen Bergkessel muss man sich wahrlich verdienen. Aber es lohnt sich, beim Ausgangspunkt Alp Merlen oberhalb von Murg am Walensee den Weg hinauf bis Gspon zu nehmen. Der Anstieg ist ziemlich steil. Danach führt der Weg angenehmer dem Gsponbach entlang zur Alp Unter Mürtschen, wo einst Kupfer- und Silbererz abgebaut wurden. Über die Murgseefurggel erreicht man den oberen, den mittleren und den unteren Murgsee mit der Murgseehütte. Der untere Murgsee liegt übrigens in einem Naturschutz-gebiet mit uraltem Arvenbestand, dem grössten der Nordalpen.

Waldisee, Bisisthal SZ

Direkt am See befindet sich die Alpwirtschaft Waldi-Ranch.
Direkt am See befindet sich die Alpwirtschaft Waldi-Ranch.

Wer von Muotathal weiter ins Bisisthal fährt, gelangt nach Sahli. Dort befindet sich die Talstation der Glattalpbahn, die zum Glattalpsee führt. Aber es gibt noch einen anderen hübschen See: den Waldisee. Erreichbar ist er von Sahli in rund 45 Minuten oder auch von der Busstation Bisisthal Schlänggen aus. Der Muotathaler Waldisee mit wunderbarem Rundblick in die Schwyzer Bergwelt ist von Alpweiden umgeben. Direkt am See befindet sich die Alpwirtschaft Waldi-Ranch, wo man sich verpflegen und übernachten kann.

Lago di Tom, Piotta TI

Wer noch weiter wandern mag, besucht den weit grösseren Ritomsee.
Wer noch weiter wandern mag, besucht den weit grösseren Ritomsee.

Man muss nicht in die Karibik fliegen, um klares, blaues Wasser und einen weissen Sandstrand zu erleben. Dafür fährt man mit der Ritom-Bahn hinauf zur Bergstation Piora und wandert eineinhalb Stunden zum Lago di Tom – und schon fühlt man sich fast wie im Paradies. Der Lago liegt auf dem Gemeindegebiet von Quinto auf 2020 Meter Höhe und ist 300 Meter lang und 250 Meter breit. Wer noch weiter wandern mag, besucht gleich noch den weit grösseren Ritomsee und den Cadagnosee.

Lac des Chavonnes, Bretaye VD

Im Sommer lockt der Strand zum Sonnenbaden.
Im Sommer lockt der Strand zum Sonnenbaden.

Oberhalb von Villars-sur-Ollon befindet sich der Lac des Chavonnes auf 1500 Meter über Meer. Der fünf Hektar grosse, idyllisch gelegene See wird eingerahmt von Tannenwäldern und bezaubert mit azurblauem Wasser. Im Sommer lockt der Strand zum Sonnenbaden; das Wasser ist erstaunlich warm. Sogar Ruderboote warten, und für die Verpflegung sorgt das Berggasthaus am Westufer.

Lac de Tanay, Vouvry VS

Seit mehr als 50 Jahren ist diese Gegend Naturreservat.
Seit mehr als 50 Jahren ist diese Gegend Naturreservat.

Der Bergsee oberhalb von Vouvry im unteren Rhônetal ist ein kleines Juwel inmitten einer eindrücklichen Landschaft und bekannt für sein Amphibien- und Pflanzenreichtum. Seit mehr als fünfzig Jahren ist diese Gegend Naturreservat, sie profitiert von einem Mikroklima, das vom Genfersee beeinflusst wird und für milde Winter und frische Sommer sorgt. Von Vouvry aus nimmt man per Postauto die kurvenreiche Strasse nach Miex hinauf. Von dort bieten sich verschiedene Wanderwege an, die zum Lac de Taney führen, alle sind anfangs ziemlich steil. Am Westufer des Sees gibt es Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten in den drei Alpbetrieben.

Blausee, Riederalp VS

Der Blausee erreicht er im Sommer bis zu 20 Grad.
Der Blausee erreicht er im Sommer bis zu 20 Grad.

Es gibt mindestens sieben Blauseen in der Schweiz, dazu noch ein paar weitere Seelis mit dem gleichen Namen. Einer davon ist der Blausee auf der Riederalp, einer der weniger bekannten. Wer es bequem haben will, nimmt die Gletscherbahn Riederalp-Moosfluh und steigt bei der Mittelstation aus. Die Aussicht auf die nahen Walliser Viertausender ist grandios. Das Schöne: Obwohl der See auf 2207 Meter liegt, erreicht er im Sommer bis zu zwanzig Grad.