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Regierungsrat schränkt Gastronomie einSperrstunde auf 21 Uhr vorverlegt, nur noch 50 Gäste in Restaurants

Der Berner Regierungsrat verschärft während einer Woche die Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. So verlief die PK.

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Zusammenfassung

Kanton Bern schliesst Restaurants bereits um 21 Uhr

Weil die Corona-Fallzahlen nicht wie erhofft weiter zurückgegangen sind, müssen im Kanton Bern Restaurants ab Montag bereits um 21 Uhr schliessen. Die Idee dahinter: die Bernerinnen und Berner sollen ihre sozialen Kontakte so stark wie möglich reduzieren.

Die grösste Ansteckungsgefahr besteht für den Regierungsrat dann, wenn sich Menschen irgendwo ansammeln und durchmischen. Gesundheitsdirektor Pierre-Alain Schnegg rief die Bevölkerung erneut eindringlich auf, die sozialen Kontakte soweit wie nur möglich zu reduzieren. «Bleiben Sie zu Hause, verzichten Sie auf Treffen mit Freunden», sagte Schnegg.

Die weiter verschärften Massnahmen für die Gastronomie hat der Kanton mit dem Branchenverband Gastrobern besprochen, wie Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann am Freitag an einem Point de Presse sagte.

Andere Kantone haben die Restaurants gleich ganz geschlossen. Für den Kanton Bern war dies aber keine Notwendigkeit, wie Schnegg erklärte. Er sei zuversichtlich, dass mit den nun verhängten Massnahmen die epidemiologische Lage im Kanton Bern verbessert werden könne.

Maximal 50 Gäste

Dass die frühe Sperrstunde ein «Auswärtsessen mit Freunden oder Familie» faktisch verunmögliche, stellte Schnegg nicht in Abrede. Er rief sogar dazu auf, wenn immer möglich darauf zu verzichten. Mit der Schliessung der Restaurants um 21 Uhr sei vor allem für jene Personen gesorgt, die auswärts essen müssten.

Nebst der Sperrstunde hat die Regierung auch die Maximalzahl der Gäste, die sich zur selben Zeit im Innern eines Restaurants aufhalten dürfen, auf 50 gesenkt. Bisher galt eine Limite von 100 Personen.

Zusätzliche finanzielle Unterstützung über die Härtefallregelung des Bundes hinaus plant der Kanton Bern für die Gastronomie nicht, wie Ammann ausführte.

Von den verschärften Regelungen ausgenommen sind unter anderem Take-Aways. Sie müssen aber mit ihren Schutzkonzepten dafür sorgen, dass es zu keinen Menschenansammlungen bei ihren Lokalen kommt, wie Schnegg erklärte.

Weniger Tests

Ein weiteres Phänomen bereitet Schnegg Sorgen: die Zahl der Corona-Tests ist rückläufig. Den Grund für diese Baisse kennt die Regierung nicht. «Bernerinnen und Berner müssen sich mehr testen lassen», ermahnte Schnegg mit Blick auf die kalte Jahreszeit mit Schnupfen und Grippe. Auch wer nur leichte Symptome habe, solle sich unbedingt testen lassen.

Nach wie vor sind die bernischen Spitäler wegen der Pandemie stark ausgelastet. «Wir müssen unbedingt verhindern, dass die Gesundheitseinrichtungen überlastet werden», sagte Schnegg.

(sda)

21 Uhr ist ein früher Schluss in einem Restaurant. Ist das als Zeichen gedacht, nicht auswärts essen zu gehen?

Es gebe Leute, die müssten auswärts essen. Diese Notwendigkeit sei mit 21 Uhr abgedeckt. Sei sie nicht gegeben, sagt Schnegg, so solle man darauf verzichten und zuhause bleiben.

Gilt die 50er-Limite nur für Innenräume von Restaurants oder insgesamt?

Für das gesamte Restaurant, so Schnegg.

Der Regierungsrat rät von Weihnachtsfeiern ab - ab welcher Grösse?

10 Personen seien das Maximum, sagt Schnegg. «Und denken Sie insbesondere an die älteren Personen», so der Gesundheitsvorsteher. Es gelte besonders, diese zu schützen und Masken zu tragen.

Sind weitere Entschädigungen für die Gastronomie vorgesehen?

Über das Härtefallprogramm des Bundes hinaus seien keine Entschädigungen für die Gastronomie vorgesehen, sagt Ammann. «Es sind uns Grenzen gesetzt, was den Spielraum angeht.» 40 Millionen Franken hat die Regierung ihrerseits für das Härtefallprogramm zur Verfügung gestellt.

Fragerunde. Warum hat die Regierung die Restaurants nicht ganz geschlossen?

Wenn die Bevölkerung die Kontakte reduziere und vermehrt auf soziale Kontakte verzichte, sollte es möglich sein, mit diesen Einschränkungen die Fallzahlen zu reduzieren, sagt Schnegg. Die Strategie sei, mit einer viel besseren Ausgangslage in die Weihnachtsperiode einsteigen, wo viele Kontakte unvermeidlich seien.

«Zuhause bleiben!» Gesundheitsdirektor Schnegg verliest die Empfehlungen des BAG und wiederholt das Credo dieser Tage. Die Regierung rufe die Bevölkerung auf, jetzt und während den Festtagen besonders vorsichtig zu sein.

Lockerungen ab 14. Dezember

Wenn es irgendwie möglich sei, werde man am 14. Dezember Lockerungen umsetzen: Hin zur Bundesregelung für Kultur- und Sportinstitutionen, erklärt Ammann. Auch sollen dann wieder bis zu 50 Personen gleichzeitig Gottesdienste besuchen können. Mit Blick auf die Festtage wolle man so eine Perspektive schaffen.

«Wir wollen die Durchmischung einschränken», sagt Wirtschaftsdirektor Christoph Ammann zur Begründung der vorverlegten Sperrstunde. Nicht betroffen sind Take-Aways, sie müssen aber darum besorgt sein, dass sich keine Menschengruppen vor ihren Standorten ansammeln.

Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg verliest während der Orientierung die neusten Zahlen zu den Hospitalisationen und positiv Getesteten und richtet sein tief empfundenes Beileid an die Hinterbliebenen der Verstorbenen, die in der Corona-Statistik geführt werden. Man könne an der Epidemie-Front nicht von einer merklichen Entspannung reden, so Schnegg.

Wegen der Stagnation der Fallzahlen und der nach wie vor hohen Positivitätsrate verlängert der Regierungsrat des Kantons Bern die Corona-Massnahmen um eine Woche bis zum 14. Dezember. Um das Virus stärker einzudämmen, verschärft die Regierung die Massnahmen, welche die Gastronomie betreffen: Ab Montag müssen die Restaurants bereits um 21 Uhr schliessen. Bisher galt eine Sperrstunde ab 23 Uhr. Zudem wird die Zahl auf maximal 50 Gäste begrenzt.

Was bisher geschah

Vor einer Woche hat die Berner Regierung die im Kanton Bern geltenden strengen Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus bis mindestens zum 7. Dezember 2020 verlängert. Nach einer erneuten Analyse der Situation hat er heute Freitagmittag das weitere Vorgehen entschieden. Was werden Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg und Wirtschaftsdirektor Christoph Ammann verkünden?

Dass der im Vergleich mit anderen Kantonen strenge Teil-Lockdown bis gegen Weihnachten weitergezogen wird, davon ist auszugehen. Zwar hat sich die Lage in Bezug auf die Neuinfektionen und die Zahl der Hospitalisierten nach diesem letzten Entscheid in die richtige Richtung bewegt. Doch inzwischen hat der Kanton seit mehreren Tagen wieder höhere Neuinfektionen vermeldet. Es ist also auch durchaus denkbar, dass die Regierung schnell handelt und Verschärfungen verhängt. Davon wäre primär die Gastronomie betroffen, wenn auch Restaurants und Verpflegungsstätten schliessen müssten.

Erwartungen geschürt hatte Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg (SVP), als er vor einer Woche im Interview mit dieser Zeitung seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, vielleicht schon auf den 7. Dezember erste Lockerungen verkünden zu können. «Noch härtere Massnahmen wären kontraproduktiv», hatte Schnegg erklärt und festgestellt: Sie würden von der Bevölkerung nicht akzeptiert. (cd)

Beginn des Live Tickers
51 Kommentare
    Maurice Bridel

    Viele Restaurants konnte die strengen Konzepte mit zweifacher Belegung (18:00-20:00, 20:15-23:00) so umsetzten, dass die Einsatzeinbusse sich in Grenzen hielt. Das ist nun vorbei. Wir verhungern am langen Arm...