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Kommentar: Die Wahrheit gibt es nicht

«Der Konflikt schwelte jahrelang. Jetzt endet er mit einem gutschweizerischen Kompromiss: einem Vergleich. Das ist eine gute Lösung. »

Unschön daran ist aber, dass die Öffentlichkeit nur sehr wenig erfährt. Vorab, was die Kosten des ganzen Verfahrens betrifft, hat das Volk ein Recht auf mehr Transparenz. Urwylers Anhänger werden zwar traurig sein. Und André Urwyler selbst ist es alles andere als leichtgefallen, in diesen Vergleich einzuwilligen. Doch wer den Konflikt aus etwas Distanz betrachtet, erhielt in den letzten Monaten unweigerlich den Eindruck, dass er sich nicht mehr lösen lässt. Dieser Entscheid des Kantons ist ein Schlussstrich unter eine lange, unsägliche Geschichte. Die Wahrheit in diesem Streit, auf die jetzt wohl viele gewartet haben – es gibt sie nicht. Und es gibt nicht einfach Schuldige und Unschuldige. André Urwyler ist Pfarrer mit Leib und Seele. Diese Gabe kann er jetzt bis zu seiner Pensionierung weiterhin ausleben. Aber er ist auch ein schwieriger und unbequemer Pfarrer.

Über 20 Jahre lang wirkte er in Köniz, die Köpfe im Kirchgemeinderat haben in dieser Zeit mehrmals gewechselt. Zu Konflikten kam es aber immer wieder, das spricht nicht für Urwyler. Er hat weder Schlimmes verbrochen noch seine Arbeit schlecht gemacht, das betont jetzt auch der Kanton. Gescheitert ist André Urwyler am Zwischenmenschlichen.

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