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Erst ein kleiner Anfang

«Andere Destinationen in der Schweiz und im Ausland machen vor, dass in grösseren Dimensionen gedacht werden muss.»

Vor knapp zwei Monaten trat die Spitze der Thun Tourismus Organisation TTO im Zorn zurück, weil sie die Zusammenarbeit mit dem städtischen Marketingbeamten wegen dessen unsensiblen Verhaltens als nicht mehr zumutbar empfand. Es dauerte diese knappen zwei Monate, bis sich gestern der Thuner Gemeinderat materiell zum Eklat und wie es weiter gehen soll, äusserte. Er tat dies notabene, ohne mit den beiden Zurückgetretenen, der TTO-Präsidentin und ihrem Vize, in Kontakt zu treten. Das zeugt nicht gerade von Kommunikationskompetenz und Respekt vor ehrenamtlicher Tätigkeit.

Immerhin und positiv zu vermerken ist, dass sich der Gemeinderat von der umherschwirrenden Idee verabschiedet hat, die Tourismusförderung in Thun zu verstaatlichen und in die Stadtverwaltung einzuverleiben. Die Stadt soll besser das Wirtschafts- und Wohnmarketing forcieren und dort Resultate vorlegen.

Die Absicht der Stadtregierung, die verzettelte Tourismusförderung rund um den Thunersee zu konzentrieren, ist richtig; nicht zuletzt, um die begrenzten finanziellen Mittel zu bündeln. Andere Destinationen in der Schweiz und im Ausland machen vor, dass in grösseren Dimensionen gedacht werden muss. Das Wiederaufleben der vor einigen Jahren unklug versenkten Marke Berner Oberland ist das regionale Beispiel für diesen Trend.

Und ausgerechnet diese Marke hat das Stadtmarketing aus dem Thuner Logo entfernt, was letztlich mit ein Auslöser des Eklats anfangs Dezember war. Der Gemeinderat von Thun ist gut beraten, seine Vertretung im Gremium, das die geplante neue regionale Tourismusorganisation konzipiert, an der kurzen Leine zu halten. Elefanten im Porzellanladen richten in der Regel nur Schaden an.

Über die Zukunft der TTO will die Stadt erst in der zweiten Jahreshälfte befinden. Ob das reicht? Bis die neue Thunersee-Organisation steht, wird Zeit verstreichen. Aber auch in der Zwischenzeit muss die Tourismusbetreuung in Thun funktionieren (2009: 40000 Kunden). Bereits gab es in der TTO eine Kündigung wegen der unsicheren Zukunft.

Und die sieben Prozent Wertschöpfung, welche der Tourismus in Thun generiert, sollte nicht, wie es der Gemeinderat gestern tat, tief gestapelt werden. Sondern es sollte alles unternommen werden, diese Zahl zu steigern. Der Hotelneubau am Lachenkanal ist ein gutes Signal in diese Richtung.

Fazit: Die gemeinderätliche Absichtserklärung von gestern ist ein guter Ansatz, aber erst ein kleiner Anfang.

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