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Urbane BiodiversitätMehr Lebensraum für Insekten in Siedlungen

Der Grosse Rat möchte die Aussenflächen privater und öffentlicher Grundstücke vermehrt für die Biodiversitätsförderung nutzen.

Nicht mehr alleine die Landwirtschaft soll in der Pflicht stehen, Insekten und anderen Lebewesen bessere Lebensräume zu bieten.
Nicht mehr alleine die Landwirtschaft soll in der Pflicht stehen, Insekten und anderen Lebewesen bessere Lebensräume zu bieten.
Foto: Urs Jaudas

Die Biodiversität im Siedlungsraum soll stärker gefördert werden. Dieser Meinung ist der bernische Grosse Rat, der am Dienstag ein Postulat von Markus Aebi (SVP) mit 95 zu 44 Stimmen überwies.

Nicht nur die Landwirtschaft sollte in der Pflicht stehen, sagte Aebi. Auch urbane Räume müssten ihren Beitrag leisten. Aebi regte an, dass künftig zehn Prozent der Aussenflächen von privaten und öffentlichen Grundstücken im Siedlungsbereich zur Biodiversitätsförderung verwendet werden müssen.

Damit würden die Lebensräume von Insekten und anderen Lebewesen entscheidend verbessert, warb Aebi für seinen Vorstoss und fand die Unterstützung von SP, Grünen, GLP, EVP und EDU. Mehrheitlich abgelehnt wurde das Postulat von SVP, FDP und BDP.

Gegner wie Samuel Krähenbühl (SVP) warnten vor einer «kalten Enteignung von zehn Prozent des Grundeigentums». Ausserdem könnte es sein, dass die Bauern für ihre Leistungen zugunsten der Biodiversität nicht mehr entschädigt würden, wenn jedermann dazu verpflichtet werde.

Im Siedlungsgebiet könnte man in der Tat mehr machen, räumte Umweltdirektor Christoph Ammann (SP) ein. Einfach umsetzbar sei das Anliegen des Vorstosses aber nicht. Die Regierung wolle vertieft überprüfen, wie ein Anreizsystem geschaffen werden könnte, welche gesetzliche Grundlagen geändert werden müssten und wie die finanzielle Mehrbelastung aussehen könnte.

(SDA / ske)