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3. Eigertour nach drei TagenMaurer Sieger – Inniger der Held

Wieder ein Frutiger Doppelsieg: Am Freitag erreichte Chrigel Maurer nach drei Tagen und knapp zwei Stunden das Ziel der Eigertour zum dritten Mal als Sieger. Sepp Inniger hielt trotz einer Knieverletzung durch und wurde mit einer Stunde Rückstand Zweiter.

Der letzte Hüttenanflug für den führenden Chrigel Maurer bei der Bäregghütte: Zwei Stunden später erreichte er noch rechtzeitig vor dem Gewitterregen das Ziel auf der Kleinen Scheidegg.
Der letzte Hüttenanflug für den führenden Chrigel Maurer bei der Bäregghütte: Zwei Stunden später erreichte er noch rechtzeitig vor dem Gewitterregen das Ziel auf der Kleinen Scheidegg.
Foto: Bruno Petroni

Die 3. Eigertour läuft zwar noch. Bis Samstag 14 Uhr haben die verbleibenden 60 Athleten des viertägigen hochalpinen Gleitschirmrennens noch Zeit, das Ziel auf der Kleinen Scheidegg zu erreichen. Kein einfaches Unterfangen, nachdem am Freitagnachmittag nach 14 Uhr heftige Gewitter durchs Berner Oberland zogen, so das Fliegen verunmöglichten und das terrestrische Vorwärtskommen massiv erschwerten.

Maurers dritter Eigertour-Sieg

Rechtzeitig vor den ersten Regentropfen erreichte Altmeister Chrigel Maurer (37) das Ziel auf der Kleinen Scheidegg, nachdem er zwei Stunden vorher die 14. und letzte «Boje» in Form der Bäregghütte erreicht hatte. Hinter ihm liess es der am Vortag bei einer missglückten Landung neben der Bächlitalhütte am Knie verletzte Sepp Inniger (24) in den Morgenstunden auf dem Marsch durchs Rosenlauital etwas gemächlicher angehen – komfortabel war sein Vorsprung auf die weiteren Verfolger, welche sich mit den schlecht fliegbaren Bedingungen im Grimselgebiet schwer taten.

Der Held auf dem Ehrenplatz

Nach einem einstündigen Aufstieg zur Kleinen Scheidegg in heftigstem Gewitterregen traf schliesslich Sepp Inniger als grosser Held der diesjährigen Eigertour im Ziel ein. «So hab ich wenigstens meine Goretex-Jacke nicht die ganze Zeit vergebens mitgeführt», spasste der 24-Jährige wenige Meter vor dem Ziel, sichtlich erleichtert, dass die Plackerei ein Ende hatte. Sieger und Freund Chrigel Maurer sowie Organisator Michael Witschi zollten dem pudelnassen Ankömmling allerhöchsten Respekt für sein Durchhalten – lag er doch 20 Stunden zuvor noch auf dem Behandlungstisch im FMI Spital Interlaken, um sich das offene Knie mit vier Stichen nähen zu lassen.

Frutigen als Gleitschirm-Hochburg

An den vergangenen zwei Eigertour-Austragungen beanspruchten immer Piloten aus Frutigen die Podestplätze für sich: 2018 gewann Chrigel Maurer das Rennen in den letzten Stunden des Rennens durch einen tiefen Griff in die taktische Trickkiste vor Patrick von Känel und Sepp Inniger. Letztes Jahr absolvierten Maurer und von Känel fast die gesamte Renndistanz von 200 Kilometern Seite an Seite und kreuzten als Ex-aequo-Sieger das Ziel; Inniger wurde abermals Dritter.

Dieses Jahr hat es keinen Frutiger Dreifachsieg gegeben: Der Interlakner Hannes Kämpf kam 18 Stunden nach dem Sieger als Drittklassierter zeitgleich mit dem Österreicher Thomas Friedrich ins Ziel.

Die diesjährige Eigertour war über die geforderte Route mit 14 Berghütten zwischen der Waadtländer Cabane de la Videmanette und der Bächlitalhütte am Grimselpass die anforderungsreichste und mit fast 300 Kilometern die längste. Die Athleten profitierten aber von zwar etwas zu «stabilem», aber gutem Flugwetter, konnten schnell lange Strecken zurücklegen und meist in der Nähe der bis zu 2840 Meter über Meer liegenden Hütten landen und wieder starten.

Durchhalten im heftigen Gewitter: Trotz Knieverletzung erreicht Sepp Inniger die Kleine Scheidegg (Hintergrund) als Zweiter der Eigertour.
Durchhalten im heftigen Gewitter: Trotz Knieverletzung erreicht Sepp Inniger die Kleine Scheidegg (Hintergrund) als Zweiter der Eigertour.
Foto: Bruno Petroni
Die grosse Hochachtung des Organisators: Michael Witschi (rechts) gratuliert dem Zweitklassierten Sepp Inniger.
Die grosse Hochachtung des Organisators: Michael Witschi (rechts) gratuliert dem Zweitklassierten Sepp Inniger.
Foto: Bruno Petroni
Handshake mit dem Sieger: Chrigel Maurer (links) und der Held der diesjährigen Eigertour, Sepp Inniger.
Handshake mit dem Sieger: Chrigel Maurer (links) und der Held der diesjährigen Eigertour, Sepp Inniger.
Foto: Bruno Petroni