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Rotes Essen zieht uns mehr an als grünes

Was in der Steinzeit nützlich war, kann zum ­Bumerang ­werden: unsere Vorliebe für rote Lebensmittel.

Zu welchem würden Sie greifen?­
Zu welchem würden Sie greifen?­
Fotolia

Das Aussehen von Speisen beeinflusst, wie appetitlich wir sie finden. Was für eine Rolle dabei die Farben spielen, ­haben Forscher einer Hochschule in Triest untersucht. Sie zeigten 68 Probanden fast 800 Bilder von rohen und verarbeiteten Lebensmitteln sowie nicht essbaren Dingen. Die Teilnehmer mussten angeben, welche Objekte sie anziehend fanden. Das Resultat zeigte, dass sie rotes Essen durchwegs grünem vorzogen und darin auch einen höheren Kaloriengehalt vermuteten. Bei den Gegenständen, die keine Speisen waren, trat diese Vorliebe für die Farbe Rot dagegen nicht auf.

Rot signalisiert reif und nahrhaft

Die Strategie sei vor Jahrtausenden wichtig gewesen, erklärt Projektleiterin Raffaella Rumiati: «Als unsere Vorfahren durch die Wälder zogen und Beeren sammelten, signalisierte ihnen die rote Farbe Reife, Geniessbarkeit und hohen Nährwert.» Damals war Nahrung knapp. Heutzutage aber müssen viele Menschen aufpassen, dass sie nicht zu viele Kalorien zu sich nehmen. So wende sich die Tendenz zum Nachteil, sagt die Neurowissenschaftlerin: «Wer etwa eine grüne, ölige Pestosauce als weniger nahrhaft einschätzt als eine rote Tomatensauce, dürfte bald mit Über­gewicht zu kämpfen haben.»

Industrielle Lebensmittel verwirren

Ohnehin wird es kompliziert, ­sobald Lebensmittel verarbeitet sind: Ein Spinatkuchen etwa besteht nicht nur aus grünem Gemüse, sondern auch aus Kalorienbomben wie Käse und Mehl.

Zudem färben Lebensmittel­hersteller Produkte bisweilen ein, wie zum Beispiel Erdbeer­joghurt. Denn intensive Farben lassen uns auf einen stärkeren Geschmack schliessen, wie Sabine Oberrauch von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung erklärt.

Um sich von derartigen Manipulationen nicht hinters Licht führen zu lassen, sollte man stets die Liste der Zutaten studieren, sagt die Ernährungsberaterin. «Besonders Fett und Zucker machen den Kaloriengehalt eines Gerichts aus.»

Sich von den Farben leiten zu lassen, sei zuweilen trotzdem sinnvoll, sagt sie. Denn viele der Stoffe, welche Früchten und Gemüsen ihre Farben geben, hätten auch eine gesundheitsfördernde Wirkung. Carotinoide, welche Karotten orange aussehen lassen, sollen das Risikofür bestimmte Krebstumoren sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken, sagt die Expertin. «Möglichst viele Farben machen ein Gericht nicht nur optisch attraktiv, sondern auch ernährungstechnisch wertvoll.»

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