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Plätschernde Banalitäten

Das Theater an der Effingerstrasse zeigt das Stück «Bella Figura» der Erfolgs­autorin Yasmina Reza. Die banale Vorlage rund um eine verfahrene Affäre enttäuscht. Dar­über helfen auch die überzeugenden Darsteller nicht hinweg.

Pointierte Dialoge und scharfe Menschenbeobachtung verpackt in Komödien. Dafür steht Yasmina Reza, die mit Stücken wie «Kunst», «Dreimal Leben» oder «Der Gott des Gemetzels» zu den meistgespielten Gegenwartsautorinnen gehört. In Rezas Werken werden banale Konflikte regelrecht seziert und bis zur Eskalation getrieben.

Auch in «Bella Figura», das im Theater an der Effingerstrasse als Schweizer Erstaufführung gespielt wird, ist die Katastrophe bereits nach wenigen Sätzen unausweichlich. Vor einem schicken Restaurant streiten sich ein verheirateter Mann und seine Geliebte. Die Affäre dauert schon vier Jahre und ist eigentlich am Ende angelangt. Es geht nur um Sex – doch heute hat sich Boris (Christoph Kail) ausnahmsweise Zeit genommen, davor noch essen zu gehen. Als er erwähnt, dass ihm das Lokal von seiner Frau empfohlen wurde, fühlt sich Andrea (Sinikka Schubert) gedemütigt. Die gegenseitigen Vorwürfe und Beleidigungen beginnen zu fallen wie Dominosteine.

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