Köniz ehrt den «Värslischmied»: Mani-Matter-Platz ist eingeweiht

Die Talstation der Gurtenbahn heisst zu Ehren des Berner Liedermachers jetzt offiziell Mani-Matter-Platz. Zu einem späteren Zeitpunkt soll der Platz mit einem Kunstobjekt verschönert und mit einem Fest eingeweiht werden.

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Der Platz vor der Gurtenbahn-Talstation in Wabern heisst nun offiziell Mani-Matter-Platz. Die Taufe hat am Donnerstag, genau 80 Jahre nach der Geburt des Berner «Värslischmied», stattgefunden.

Auf den ersten Blick wirkt der neugetaufte Platz vor der Gurtenbahn-Talstation wenig wirtlich. «Ein bisschen kahl» sei er, sagte auch Rita Haudenschild am Donnerstag vor den Medien.

Die Könizer Gemeinderätin zeigte sich dennoch überzeugt, dass der Platz «würdig» sei, Matters Namen zu tragen. So passierten jährlich mehr als eine Million Menschen den Platz. «Es ist einer der meist frequentiertesten Plätze der Region.»

«Es ist einer der meist frequentiertesten Plätze der Region»Rita Haudenschild, Gemeinderätin

Zudem soll der Platz künftig ansehnlicher werden. Die Gemeinde hat vier Teams ausgesucht, die Kunstprojekte für den Platz erarbeiten. Eine Jury wird anschliessend entscheiden, welches Künstlerteam sein Projekt umsetzen kann.

Den Platz beleben wird schliesslich ein Fest, mit dem im kommenden Jahr der Mani-Matter-Platz und die unabhängig vom Platz neu gestalteten Strassen in der direkten Umgebung eingeweiht werden.

Gurtenbahn mit neuer Adresse

Vor Ort war auch Sibyl Matter, eine Tochter von Mani Matter. Im Namen der Familie bedankte sie sich für die Ehrung ihres verstorbenen Vaters. Im Kindesalter lebte Sibyl Matter mit der Familie bloss «einen Steinwurf» vom heutigen Mani-Matter-Platz entfernt.

«Allerdings vergass Mani bei seinen Spaziergängen oftmals den Hund überhaupt mitzunehmen.»Sibyl Matter

Sie hält die Wahl des Platzes aber auch für «stimmig», wie sie sagte, weil die Familienmitglieder diesen stets bei den Spaziergängen mit ihrem Dackel überquerten. «Allerdings vergass Mani bei seinen Spaziergängen oftmals den Hund überhaupt mitzunehmen», ergänzte sie scherzhaft.

Ein Vorteil der Platzwahl war zweifelsohne auch, dass sie kaum Adressänderungen nach sich zieht. Einzig die Adresse der Gurtenbahn lautet ab dem morgigen Freitag «Mani-Matter-Platz 1» - und nicht mehr Dorfstrasse 45.

Schneller als Bern – aber später

Bedanken für die neue Adresse müssen sich die Verantwortlichen der Gurtenbahn aber nicht bei der Gemeinde, sondern bei 19 Parlamentariern von Köniz, die in einem Vorstoss forderten, dem Liedermacher «ein Andenken im öffentlichen Raum» zu schaffen.

«In Sachen Entscheidungsfreudigkeit und Umsetzungsgeschwindigkeit hat Köniz die Nase jedenfalls vorne»Markus Willi, Parlamentspräsident

Stellvertretend für die Parlamentarier sprach Parlamentspräsident Markus Willi. Er bedankte sich insbesondere bei Rita Haudenschild, dass sie den im April 2015 eingereichten Vorstoss bereits umgesetzt hat - und nutzte die Geschichte für einen kleinen Seitenhieb an die Stadt Bern: «In Sachen Entscheidungsfreudigkeit und Umsetzungsgeschwindigkeit hat Köniz die Nase jedenfalls vorne», sagte er.

Mit der Ehrung von Matter war die Stadt Bern aber etwas früher. Bereits im Jahr 2003 wurde in der Bundesstadt eine kleine Strasse nach dem Liedermacher benannt, der Mani-Matter-Stutz. (ngg/sda)

Erstellt: 04.08.2016, 13:32 Uhr

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