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Eine schrecklich nette Grossfamilie

Die Kelly Family ist wieder da. Zumindest teilweise. Am Stars of Sounds in Murten werden sechs der Geschwister einige neue und vor allem die alten Irish-Folk-Pop-Hits aus den 1990er-Jahren spielen.

Sechs Kellys: Joey, Kathy, Angelo (stehend, von links) und Jimmy, John und Patricia (sitzend, von links)
Sechs Kellys: Joey, Kathy, Angelo (stehend, von links) und Jimmy, John und Patricia (sitzend, von links)
PD

Das Wichtigste zuerst: Ja, sie werden «An Angel» singen. Der Ohrwurm aus dem Jahr 1994 gehört zum Standardrepertoire der wiedervereinigten Kelly Family. Morgen treten sie am Stars of Sounds in Murten auf und beehren damit das einzige Schweizer Open-Air-Festival.

Neben alten Liedern werden sie dem Publikum auch einige neue präsentieren. Teilweise sind sie auf ihrem 2017 erschienenen Album «We Got Love» zu hören. Am Stil hat sich nicht viel geändert. Ausser dem etwas härteren «Why Why Why» präsentieren die Kellys nach wie vor mehrheitlich gefälligen irischen Folk-Pop.

Immerhin die Hälfte ist dabei

Bei insgesamt zwölf Geschwistern die Übersicht zu behalten, ist nicht ganz einfach. In Murten werden folgende sechs Kellys auftreten: Angelo, Joey, Kathy, Patricia, Jimmy und John. Zudem wird als Special Guest ihr Halbbruder Paul dabei sein.

Zur Erinnerung: Die bekanntesten dieser Band sind Angelo und ­Joey. Angelo war der kleine Knabe, der in alten Zeiten mit Engelsstimme und langen, blonden Locken «An Angel» sang. Damit verzauberte er Millionen.

Auftritt der Kelly Familiy bei der TV-Show "Schlagerchampions" im Januar 2018. Quelle: Youtube

Joey ist heute vor allem als Ex­tremsportler bekannt. Er nahm unter anderem an Ultraman-Wettbewerben teil – 10 Kilometer Schwimmen, 421 Kilometer Rad, 84 Kilometer Laufen – und trat an Stefan Raabs Wok-WM und beim «TV total»-Turmspringen an.

Nicht dabei sein werden zwei ebenfalls besonders berühmte Mitglieder der Familie: Der ehemalige Mädchenschwarm Paddy sowie die frühere «Let’s Dance»-Teilnehmerin Maite verfolgen eigene Soloprojekte.

Die Wiedervereinigung der übrigen Geschwister vorangetrieben hat der Jüngste, Angelo Kelly. Er lebt heute in Irland und tritt teilweise auch mit seiner Ehefrau und den gemeinsamen Kindern auf. Mit seiner Idee eines Comebacks stiess er auf offene Ohren.

Sei­ne Schwester Patricia erklärte gegenüber den Medien: «All die Jahre habe ich gehofft und dafür gebetet, wieder mit meinen Geschwistern Musik zu machen. Dieses unbeschreibliche Gefühl ist für mich nicht zu toppen.

Insbesondere wenn man bedenkt, dass wir so viele Höhen und Tiefen gemeinsam erlebt haben.» Angelo räumte im deutschen Fernsehen ein, Geld spiele ebenfalls eine Rolle. «Wir müssen schliesslich unsere Familien ernähren. Ich habe fünf Kinder!»

«All die Jahre ­habe ich gehofft und dafür gebetet, wieder mit meinen Geschwistern Musik zu machen.»

Patricia Kelly

Zwar haben die Kellys rund 20 Millionen Tonträger verkauft und gehörten in den 1990er-Jahren zu den bestverdienenden europäischen Bands, doch nach dem Tod des Vaters Dan im Jahr 2002 brach die Musikgruppe ­auseinander. Das Geld, das sie ­erwirtschaftet hatte, ist verschwunden.

Gerne hätte man darüber und auch über andere Themen näher mit dem Sportler Joey Kelly geplaudert. Doch dieser liess zwei vereinbarte Interviewtermine mit dieser Zeitung platzen. Später meldete er sich doch noch, beklagte sich jedoch, man solle «vernünftige» Fragen stellen.

Sie laufen jetzt «normal» rum

Bei der Kelly Family, so wirkt es jedenfalls, herrscht nach wie vor charmantes Chaos. Mit ihrer Hippieattitüde und dem Bild einer liebevollen Grossfamilie begeisterten sie früher ihre Fans.

Dass ihr Leben teilweise nicht ganz so rosig und ihr Vater sehr streng war, bekannten mittlerweile mehrere Kellys öffentlich. Dennoch vermitteln sie heute noch den Eindruck einer fröh­lichen Truppe, die das einfache Leben schätzt und die nicht um jeden Preis Erfolg haben muss. Ursprünglich waren sie ja als Strassenmusiker unterwegs.

Aber natürlich hat sich auch ­einiges verändert. Angelo etwa hat sich vom süssen Knaben zu einem erwachsenen Mann entwickelt. Und die Haare tragen zwar die meisten männlichen Kellys weiterhin lang, doch ihre Kleidung ist heute deutlich weniger extravagant.

Leider habe sie niemand stilistisch beraten, findet Angelo inzwischen. Die einen liebten die Kellys genau wegen ihrer Kleider aus zweiter Hand vom Flohmarkt – und wegen ihrer schnulzigen Balladen wie «An Angel» und «Fell in Love with an Alien». Die anderen hassten sie dafür. Heute dürften die Kellys zumindest optisch weniger polarisieren.

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