Alle lieben Dr. Bob

Ab Freitag gibt es wieder Kakerlaken und Känguruhoden: Die neue Staffel von «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!» startet. Heimlicher Held der trashigen RTL-Show ist seit vielen Jahren der gelernte Sanitäter Robert McCarron alias Dr. Bob.

Grübelt Kakerlaken aus Ohren: Dschungelmediziner Dr. Bob (66).<p class='credit'>(Bild: RTL)</p>

Grübelt Kakerlaken aus Ohren: Dschungelmediziner Dr. Bob (66).

(Bild: RTL)

Als Dschungelmediziner gehört Robert McCarron zum Inventar der RTL-Show «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!» und ist berühmter als mancher Teilnehmer. Der Medizinmann grübelt Kakerlaken aus den Ohren der Kandidaten, behandelt Verstopfung, Sonnenbrand oder Kreislaufprobleme. Ohne ihn wäre die Show nicht das Gleiche – wen interessiert da schon, dass das Urwaldurgestein gar keinen Doktortitel hat?

Auch in der neuen Staffel der Realitysendung, die diesen Freitag startet, will er seinem Ruf als Promiflüsterer und gut gelaunter Dschungelarzt wieder gerecht werden.Aber wie wurde der freund­liche Mann mit Vollbart und Schildmütze zu Dr. Bob? Robert McCarron kam 1950 in London zur Welt, ist ausgebildeter Sanitäter und hat einen Abschluss als Wildbiologe. Seine Karriere bei Film und Fernsehen begann 1977 als Maskenbildner, er war bei Filmen wie «Mad Max» oder «Das Piano» für die Spezialeffekte zuständig.

Am Set des Science-Fiction-Meisterwerks «Matrix» betreute er die Schauspieler medizinisch und bekam von einem Produzenten das Angebot, bei der britischen Dschungelshow «I’m a Celebrity – Get Me Out of Here!» mitzumachen. Seit der ersten Staffel der RTL-Variante 2004 kuriert er zusätzlich auch die Wehwehchen der deutschen B-Prominenz.

Busenquetschung und Zeckenbiss

Dr. Bob behandelte die Busenquetschung von Lorielle London ebenso wie den Zeckenbiss am Kopf von Rebecca Siemoneit-Barum. Sarah Knappik, die einen Hitzschlag erlitten hatte, behandelte er mitten in der Nacht stundenlang. Schwer zu schaffen machte dem alten Urwaldhasen gleich in der ersten Staffel 2004 Daniel Küblböck, der bei einer Prüfung panisch ins Gebüsch lief und aus dem Dschungel gefischt werden musste.

Bobs Mitleid für die Prüflinge hält sich aber in Grenzen. «Wenn man diese Show gesehen hat und dann daran teilnimmt, sollte man auch wissen, was einen erwartet. Dann darf man sich auch nicht beschweren.» Allerdings räumt der Sanitäter ein, dass es die Teilnehmer der deutschen Variante schwerer haben als die der britischen Dschungelshow: «Die Prüfungen der deutschen Kandidaten sind immer etwas härter als die der englischen, vor allem die Essens- und Trinkprüfungen.»

Er selber hat jede der fragwürdigen Delikatessen, die den Campern vorgesetzt werden, selbst gekostet. «Es spielt sich vor allem im Kopf ab. Beim Anus zum Beispiel denkt jeder gleich an das Schlechteste daran. Aber man isst da einfach nur ein Stück Fleisch. Es ist kein Unterschied, ob man das oder ein Brathuhn isst», sagt er. Wirklich eklig seien nur die Fischaugen, und der grösste Gegner für die Kandidaten im Camp sei ohnehin nicht irgendwelches Ekelgetier, sondern der Lagerkoller: Wer jeden Tag die gleichen Leute und die gleiche Umgebung um sich habe, fühle sich bald wie im Knast.

Indianerflötenspieler und Grossvater

Der gläubige Buddhist McCarron lernte schon als Kind Meditation – vielleicht strahlt er deshalb die Ruhe aus, die selbst auf hysterische Kandidaten besänftigend wirkt. Bei der Tsunamikatastrophe 2004 im Indischen Ozean engagierte er sich sechs Wochen lang als Helfer vor Ort – dieses Erlebnis habe ihn verändert, sagt er. Im selben Jahr erhielt Bob die «Order of Australia»-Medaille, unter anderem für seine Arbeit als Sanitäter.

In Deutschland ist Dr. Bob längst Kult: Als er vor einer Weile mit seiner Frau in Köln weilte, waren beide regelmässig von Fotoreportern umringt. «Medic Bob», so ein anderer Spitzname des Dschungeldoktors, ist ein ausgeprägter Familienmensch. Der Publikumsliebling lebt mit seiner zweiten Ehefrau, der er bei einer indianischen Zeremonie das Ja-Wort gab, in Australien. Mit seiner ersten Frau adoptierte er zwei Kinder, inzwischen hat er vier Enkelkinder.

Das Lieblingshobby des Dschungelopas: Er spielt seit drei Jahren Indianerflöte.

Berner Zeitung

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