Zum Hauptinhalt springen

Meinung zum Jugendwort des JahresLost im Jugendslang

Erstmals durften die Jugendlichen heuer ihr Wort des Jahres selber wählen. Beinahe wäre es ein «Hurensohn» geworden.

Sie haben ihre eigenen Zeichen – und wollen nicht verstanden werden: Jugendliche in Interlaken.
Sie haben ihre eigenen Zeichen – und wollen nicht verstanden werden: Jugendliche in Interlaken.
Foto: Manuel Lopez (liveit.ch)

Was für eine zeitgeistige Wahl. «Lost» heisst das Jugendwort des Jahres, so gab eine Sprecherin des Pons-Verlages am Donnerstag bekannt. Gemeint ist damit das unsichere Verhalten eines Verirrten, der im Wald herumstolpert. Und ja, «lost» ist eine gute Zuschreibung des allgemeinen Zustands der Welt mit ihrer Pandemie, die nicht nur die Jungen oder ihre Eltern, sondern auch Politiker, Wirtschaftsführer und Wissenschafter beschäftigt. Nur ist es ja genau nicht das, was die Jugendlichen dann am Ende meinen.

«Hurensohn» vor «Mittwoch»

Überhaupt finden diese das Interesse etablierter Erwachsener an ihrem Slang in der Regel eher «cringe». «Cringe» bedeutet so viel wie «zum Schämen» oder peinlich und gehörte ebenfalls zu den drei Finalisten. «Cringe» finden viele Jugendliche auch den Drang Erwachsener, bestimmte Ausdrücke mit Titeln wie «Jugendwort des Jahres» zu adeln. Denn woher sollen sie das wissen? Zu einer ähnlichen Erkenntnis müssen auch die Verantwortlichen beim Verlag gekommen sein. Erstmals seit 2008 verzichtete der Verlag auf eine eigene Jury für das Jugendwort. Vielmehr durften die Jugendlichen in einer Onlineumfrage selber darüber abstimmen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.