Nils Aebersold zahlt Lehrgeld

Der Steffisburger Nils Aebersold eifert seinem Vater und Vorbild Niki nach. Mit seiner Leistung am Radquer-Weltcup in Bern ist er nicht zufrieden.

Nils Aebersold musste in den Laufpassagen leiden.

Nils Aebersold musste in den Laufpassagen leiden.

(Bild: Iris Andermatt)

Peter Berger@PeterBerger67

Der Start am Radquer-Weltcup in Bern verlief für Nils Aebersold überhaupt nicht nach Wunsch. «Ich wurde eingeklemmt und verlor viele Plätze. Danach fand ich den Rhythmus nie und musste eigentlich während des ganzen Rennens nur leiden», erzählt der Steffisburger etwas frustriert. Am Ende resultierte für Aebersold bei seiner Weltcup-Premiere in der U-19-Kategorie der 31. Platz. «Schade, konnte ich am Heimrennen nicht mehr zeigen», so Aebersold.

«Nils hat Lehrgeld bezahlt, das gehört dazu und ist kein Problem», sagt Niki Aebersold. Der Vater war früher Rennfahrer, gewann mehrere Etappen der Tour de Suisse und wurde 1998 Fünfter an der WM. Noch wandelt der 16-jährige Sprössling nicht eindeutig auf denselben Spuren. Nils ist vielseitiger unterwegs.

Er ist amtierender Schweizer Meister U-17 sowohl auf der Strasse wie auch mit dem Mountainbike. Im Radquer ist er Vizemeister. Aebersold gewann heuer die neu eingeführte U-17-Trophy, eine Gesamtwertung der verschiedenen Disziplinen. «Es ist eine sehr grosse Ehre als komplettester Fahrer ausgezeichnet zu werden», freut sich Aebersold.

Er möchte seine Vielseitigkeit weiterhin bewahren. «Strassenrennen gefallen mir zwar immer besser. Doch Mountainbike und Quer sind gut für die Technik», sagt er. Wer diese beherrscht, stürzt weniger.

Der Schweizer Nationaltrainer Bruno Diethelm befürwortet Aebersolds Vorgehen. «Nils darf noch herausfinden, was ihm am besten passt, entscheiden muss er sich erst auf Stufe U-23.» Diethelm attestiert dem Nachwuchsfahrer schon jetzt Potenzial, «aber sein Weg ist noch lang».

Die Vielseitigkeit birgt indes auch Gefahren. «Man muss aufpassen, dass man nicht zu viel fährt», weiss Aebersold. Wochenlange Ferien am Stück liegen nicht drin. «Dafür schalte ich manchmal pro Woche zwei, drei trainingsfreie Tage ein, um immer genügend Erholung zu haben.»

Der Schreinerlehrling absolviert eine normale Ausbildung, entsprechend wichtig ist die Planung. «Mein Vater hilft mir dabei, ihm gebührt ein grosses Dankeschön.» Aber Niki ist nicht nur Organisator. «Er ist auch mein Trainingspartner und vor allem mein grösstes Vorbild.»

Der Vater erlebt seine zweite persönliche Karriere. «Ich habe wieder zehn Kilo abgenommen», erzählt der 47-Jährige lachend. «Dass ich nochmals so fit werde, hätte ich mir nach meiner aktiven Laufbahn nie erträumt.»

Momentan geniessen Vater und Sohn die Situation. «Sollte Nils aber plötzlich sagen: Päpu, jetzt gehe ich lieber alleine, könnte ich das akzeptieren.» Kein Problem wäre für den Vater auch, wenn der Jüngling dereinst die noch grösseren Erfolge als Strassenprofi feiern würde.

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