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Zehn Tipps, damit die Gesundheit nicht baden geht

Was gibt es Schöneres, als den Sommer in der Badi oder am Strand zu verbringen? Ein paar einfache Regeln helfen, dass die schönen Tage nicht durch Ohrenweh, verfärbtes Haar oder Schlimmeres getrübt werden.

Sonnenschutz hält im Wasser nur 15 Minuten an: Plantschende Kinder im Schwimmbad.
Sonnenschutz hält im Wasser nur 15 Minuten an: Plantschende Kinder im Schwimmbad.
Colourbox

Schutz vor Grünstich Als Blondine ins Wasser springen und als Marsmännchen wieder auftauchen, das muss nicht sein. Spezielle Sonnenprodukte, die bei Coiffeuren oder in Apotheken erhältlich sind, verhindern, dass blondiertes Haar durch Chlorwasser einen unschönen Grünstich bekommt. Langes Haar sollte noch zusätzlich aufgesteckt werden, damit es durch das Wasser nicht verfärbt wird. Generell: Chlor bleicht. Um keine Überraschungen zu erleben, tragen alle frisch Getönten oder Gefärbten besser eine Bademütze.

Fusspilz einfach vermeiden Überall, wo viele Menschen barfuss gehen, lauern Fusspilzsporen. Davor schützen Flipflops, die man am besten bis zum Beckenrand oder Flusseinstieg anbehält. Wer mit nassen Füssen in Socken und Schuhe schlüpft, bietet Fusspilz ein optimales feuchtwarmes Milieu. Deshalb: Füsse vor dem Ankleiden gut abtrocknen. Dabei auch die Zehenzwischenräume nicht vergessen, denn da siedelt der Fusspilz mit Vorliebe.

Nie mehr Meersäuliaugen Manche Menschen reagieren auf Chlorwasser mit Meersäuliaugen oder harmlosen Bindehautentzündungen. Dagegen ist leider kein Kraut gewachsen. Wer die ständig roten Augen und Entzündungen leid ist, trägt eine Schwimmbrille oder meidet einfach das Chlorwasser.

Ohrenweh aus dem Weg gehen Gehörgangsentzündungen können unangenehm jucken oder auch sehr schmerzhaft sein. Meist werden sie durch Bakterien oder seltener durch Pilze verursacht. Da feuchtwarmes Klima eine Gehörgangsentzündung fördert, ist es wichtig, sich das Wasser kräftig aus den Ohren zu schütteln. Wer auf Nummer sicher gehen will, wendet ein Rezept von Profitauchern an: Sie spülen sich nach dem Aufenthalt im Wasser die Ohren mit einem Essig-Wasser-Gemisch aus. Es ist gut hautverträglich und der leichte Säuregehalt verhindert, dass Bakterien wachsen können.

Badepause nach dem Essen Nach dem Essen wird ein grosser Teil des Bluts im Verdauungstrakt benötigt, während sich die Durchblutung des restlichen Körpers verschlechtert. In kühlem Wasser benötigen die Muskeln noch extra Energie, und somit bleibt noch weniger Blut für die Versorgung des Gehirns übrig. Dadurch könnte es dort zu einem Blutdruckabfall und sogar einer Ohnmacht mit verheerenden Folgen kommen. Die alte Baderegel gilt nach wie vor: Je mehr und je reichhaltiger das Mahl ausgefallen ist, umso länger sollte die Mittagsruhe dauern. Nach einem Hamburger mit Pommes frites sollte man sich erst nach zwei Stunden ins Wasser wagen. Ein leichter Snack ist schon nach 30 Minuten verdaut.

Kinder dürfen schlürfen Im Kinderbecken schwimmt so manches herum, was da nicht unbedingt hineingehört. Und beim Spielen kommt es schon einmal vor, dass die Kleinen das Wasser aus Versehen schlucken oder bewusst probieren. Sorgen muss das den Eltern nicht bereiten, denn das Wasser in den Badis wurde mit Chlor versetzt, damit sich Koli- und andere Bakterien nicht übermässig verbreiten. Im schlimmsten Fall könnte auf einen Mundvoll Wasser am nächsten Tag Durchfall folgen.

Kein Ärger mit der Blase Frauen, die zu Blasenentzündungen neigen, sollten nach dem Schwimmen die nassen Badesachen nicht lange anbehalten. Unterkühlung könnte die Abwehrkraft des Körpers herabsetzen und Krankheitskeimen erleichtern, in den Körper einzudringen. Ausserdem bietet das warmfeuchte Klima eines nassen Bikiniunterteils Bakterien ideale Lebensbedingungen. Der Gang auf die Toilette nach dem Bad hilft weiter, einer Entzündung vorzubeugen, denn dadurch werden Bakterien aus der Blase gespült.

Zarte Haut behalten UV-Strahlen können einige Meter tief ins Wasser eindringen, deshalb ist beim Schwimmen und Spielen im Wasser Sonnenschutz am ganzen Körper unabdingbar. Damit er wirkt und nicht gleich wieder abgespült wird, sollte er mindestens 20 Minuten vor dem Gang in Pool oder See aufgetragen werden. Die Haltbarkeit im Wasser beträgt 15 Minuten. Daran sollten Eltern denken und ihre oft stundenlang im Nass plantschenden Kinder regelmässig wieder eincremen.

Scheidenpilzadieu Wie der Fusspilz tummelt sich auch der Scheidenpilz überall da, wo es feucht und warm ist. Zum Beispiel im Schwimmbad. Ist das Gleichgewicht der Mikroorganismen, die normalerweise die Scheide besiedeln, nicht gestört, besteht keine Gefahr, sich einen Pilz einzufangen. Stress, Immunschwäche, Antibiotika oder hormonelle Veränderungen können aber dazu führen, dass der normale Mechanismus gestört ist und es zu einer Infektion mit dem Candida-Pilz kommen kann. Frauen, die zu Infektionen neigen, können vorbeugen. Etwa mit einem in Joghurt getauchten Tampon vor dem Gang in die Badi. Und: Die nassen Sachen rasch ausziehen, denn der Pilz liebt feuchte Bedingungen.

Risiken einfach umschiffen 2010 ertranken in der Schweiz 43 Personen. Nach Angaben der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) passierten die meisten tödlichen Unfälle, weil die Schwimmer ihre Fähigkeiten über- und die Risiken des Wassers unterschätzten. Noch schlimmer: Viele Fälle wären vermeidbar gewesen. Generell gilt: Unter Drogen- und Alkoholeinfluss schwimmt es sich schlecht. Auch sollte der Aufenthalt in eher kalten Gewässern nicht zu lange dauern, da sich ein Muskelkrampf einstellen könnte. Ratsam ist es, längere Strecken nur in Begleitung zurückzulegen. Oder zumindest eine Rettungsboje mit auf den Weg zu nehmen. Auf sie kann man sich bei einem Schwächeanfall stützen. Rettungsbojen sind über die Website der SLRG bestellbar. Vom Ufer oder von einer Brücke aus in einen See oder Fluss zu springen, macht zwar Eindruck. Könnte aber böse enden; deshalb nur an vorgesehenen Stellen und von Plätzen aus springen, die man kennt. Oder vom Pedalo aus im tiefen Wasser.

Markus Grossenbacher, Hausarzt in Ringgenberg, stand als medizinischer Berater zur Seite.

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