Nie mehr gelbe Ränder

Januarloch-Kalender

Was Grossmutter noch wusste – und mehr: Das Buch «Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie» ist eine Fundgrube. Wir haben es ausprobiert.

Kokosöl, Natron, Maisstärke: Fertig ist das Deo. Foto:

Kokosöl, Natron, Maisstärke: Fertig ist das Deo. Foto:

(Bild: bol)

Marina Bolzli@Zimlisberg

Ich habe eigentlich gedacht, dieses Problem sei unlösbar. Keine Chance auf Wiederherstellen des früheren Zustands, eine Tat­sache, die ich akzeptieren muss. Die Rede ist von den gelben Rändern, die sich mit der Zeit in der Achselhöhlengegend von weissen T-Shirts bilden. Nicht sofort, aber irgendwann hilft auch das stärkste Wasch­mittel nicht mehr, die Ränder bleiben.

Doch nun halte ich eine Wunderfibel in der Hand. Die Lösung zu fast allen Problemen. Sie nennt sich «Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie» und wurde mir von einer Freundin empfohlen. Die Hausmittel sind: Essig, Natron, Soda, Kernseife und Zitronensäure. Damit kann man zum Beispiel: Waschmittel herstellen, Leim machen, Rasen­mähermesser säubern, Duschvorhänge reinigen, Fruchtfliegenfallen bauen. Ich bin begeistert, es gibt wohl kein Problem des modernen Hausmenschen, das nicht irgendwie mit diesem Buch gelöst werden könnte.

Und der nicht ganz moderne Hausmensch weiss wahrscheinlich schon lange davon, weil vieles davon Volkswissen ist. Weil auch die Grossmutter den Kühlschrank mit Essig putzt. Weil auch der Grossonkel seine Warzen mit Apfelessig und Salz behandelt. Und doch, die Sache muss ausgetestet werden.

Zitronensäure und Wasser

Darum schlage ich das Kapitel «Gelbe Achselflecken entfernen» auf. Und staune: 12 Gramm Zitronensäure in einem Liter warmem Wasser auflösen, T-Shirt hinein, vier Stunden einweichen, danach waschen. So einfach! Doch leider ist das Resultat nicht ganz befriedigend, die gelben Flecken sind zwar weniger sichtbar, aber nicht ganz verschwunden. Meine Bibel sagt: «Bei besonders hartnäckigen Fällen ist eine zweite Behandlung notwendig.» Daran mache ich mich auch – und bin diesmal erfolgreich.

Doch noch fast besser: In Zukunft kann ich die gelben Flecken verhindern. Sie stammen von aluminiumhaltigen Deos, die auch wegen gesundheitlicher Bedenken immer mehr in der Kritik stehen. Schon gibt es einzelne Hersteller, die damit werben, dass ihr Deodorant kein Aluminium mehr enthalte. Ich entscheide mich für Selbermachen.

Kokosöl, Natron, Maisstärke

Eine Anleitung zum selbst gemachten Deo ist im Buch auch zu finden. Es ist dasselbe Rezept, das die Freundin seit Jahren erfolgreich anwendet. Dazu braucht es drei Teelöffel Kokosöl, zwei Teelöffel Natron und zwei Teelöffel Maisstärke. Gut vermischt, ist das Deo fertig. Es riecht nach Kokosnuss, was vielleicht Männer schon mal abschreckt. Von wegen wandelndes Kokosmakrönchen. Zur Neutralisierung kann man fünf Tropfen ätherischen Öls reingeben. Zum Beispiel Teebaumöl, das erst noch entzündungshemmend wirkt. So bringe ich das Problem mit den gelben Flecken ganz zum Verschwinden. Und das Deodorant hat mich bisher noch nicht im Stich gelassen.

O Januar: Nach dem hellen und konsumintensiven Dezember ist man übersättigt und pleite. Im ­Januarloch-Kalender finden Sie täglich eine Idee, wie man aus ­weniger mehr machen kann.

Berner Zeitung

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