Veloroute mit Mehrwert

Auf dem Netz von Veloland Schweiz gibt es einen ersten Umweltveloweg. Initiantin Simone Hochstrasser will mit diesem Themenweg Kinder, Familien und Frei­zeitradler für einen umweltfreundlicheren Lebensstil sensibilisieren.

Als roter Faden warten an jeder Erlebnisstation Bilderbücher mit familiengerecht aufbereiteten Infos zum Thema Umwelt.<p class='credit'>(Bild: Peter Hummel)</p>

Als roter Faden warten an jeder Erlebnisstation Bilderbücher mit familiengerecht aufbereiteten Infos zum Thema Umwelt.

(Bild: Peter Hummel)

Die Idee zu einem Umweltveloweg kam der Umweltfachfrau und 46-jährigen Mutter Simone Hochstrasser aus Oberönz auf einem Radthemenweg in Österreich. Sie glaubt, dass die Menschen zunehmend den Bezug zur Natur und zu ihrer Umwelt verlieren. Vor drei Jahren gründete sie deshalb mit einer Handvoll Enthusiasten den Verein Umweltvelowege Schweiz.

Erster Velothemenweg

Nun ist ja in den letzten zwanzig Jahren mit dem Veloland schon ein dichtes Radwegnetz entstanden: Neun nationale und hundert regionale/lokale Routen mit über 10'000 Kilometern überziehen mittlerweile die Schweiz; viele von ihnen werden eher spärlich genutzt. Braucht es da noch eine neue Kategorie?

Erst mal, keine Bange – die Umweltvelowege bringen keine unnötige Netzerweiterung: Sie benützen die ­bestehenden Veloland-Routen, wollen dabei aber einen Mehrwert bieten: Sie sind hierzulande die ersten Velothemenwege. Was im Wanderwegnetz längst bekannt ist, existierte im Veloland Schweiz bislang noch nicht.

Die Umweltvelowege sieht Initiantin Simone Hochstrasser als Alternative zu Kurzausflügen oder Kurzferien mit dem Auto. Die Velofahrer radeln durch schöne Landschaften und kommen gleichzeitig in den Genuss von attraktiven Haltepunkten mit interessanten Erlebnisstationen. Sie zeigen den Energieverbrauch und die Umweltbelastung kindergerecht aus der Perspektive der Grundbedürfnisse (Bewegen, Bauen, Essen, Kochen, Recyceln) auf.

Als roter Faden wartet an jeder Erlebnisstation ein wetterfestes Bilderbuch auf die Kinder (und Eltern). Der Verein finanziert sich über Partner- und Mitgliederbeiträge sowie über Sponsorengelder. Als Betreiber und Stationspartner der Erlebnisstationen werden umweltaktive Unternehmen sowie Energiestädte ausgewählt; damit soll ­gewährt sein, dass die Stationen nicht einfach als günstige Werbeplattformen für Firmen, die sich ein grünes Image verpassen wollen, missbraucht werden.

Fünf Erlebnisstationen

Der erste Umweltveloweg von Zürich nach Chur hat fünf Stationen. Bei der Erlebnisstation «Bewegen» in Rapperswil-Jona (Partner Energiestadt Rapperswil-Jona) werden Alternativen zu umweltbelastenden Fahrzeugen gezeigt.

In Bilten im Kanton Glarus kann man bei der Erlebnisstation «Herstellen» die energieschonende Schokoladenproduktion erleben (Partner Confiseur Läderach). Direkt am Walensee lernen die Besucher bei der Erlebnisstation «Kochen/Essen» in Murg, auf welche Kriterien es bei einer umweltfreundlichen Ernährung ankommt (Partner Sagibeiz und Firma Service 7000).

Im Heidiland steht bei der Erlebnisstation «Recyceln» in Mels das Trennen und Wiederverwerten von Plastik im Fokus (Partner Firma Innorecycling und Energiestadt Mels), und bei der Erlebnisstation «Bauen» in Chur-Haldenstein wird man zum Erbauer eines Passivhauses (Partnerfirmen Gasser Baumaterialien und Flumroc).

Ergänzt werden die Stationen mit Erlebnisangeboten, bei denen der Gast etwas besichtigen oder sich ­verpflegen kann, so zum Beispiel bei der Firma Flumroc (ein­heimische Steinwolle) in Flums oder auf dem Weingut Liesch in Malans.

Die Umweltvelowege wollen aber nicht nur Erlebniswege sein, sondern auch Städterouten, was ja bei den Veloland-Routen nur bedingt der Fall ist. Der zweite Umweltveloweg von St. Gallen nach Zürich ist bereits in Planung. Und eine nächste Strecke soll von Zürich nach Baden die Route 66 auch in der Schweiz etwas berühmter machen.

Berner Zeitung

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