Hot Whisky und andere Hausmittel

Der Kollege liegt hustend im Bett, die Frau im Bus hat eine Schnudernase, und den Liebsten kratzts im Hals. Jetzt ist wieder die schöne Zeit, in der alle mehr oder weniger vor sich hin «mudere».

Gute Besserung mit Hausmittel.

Gute Besserung mit Hausmittel.

(Bild: Max Spring)

Nina Kobelt@Tamedia
Juliane Lutz@JulianeLutz
Franziska Zaugg

Dagegen helfen Wärme und Ruhe und vielleicht das eine oder andere wohlerprobte Hausmittelchen. Wir stellen Ihnen ein paar Rezepte vor, die uns von Freundinnen, Drogisten, Teeverkäuferinnen, Barmännern und Grosis ans Herz gelegt wurden. Oder die wir selbst seit langem kennen und erfolgreich immer wieder anwenden. Sie reichen von der heissen Zitrone bis zum etwas gewöhnungsbedürftig klingenden Sirup aus Zwiebeln und Kandiszucker. Vielleicht helfen sie ja auch Ihnen. Gute Besserung!

Ingwer:Tee aus Ingwer wärmt und regt die Durchblutung an. Der Wurzel werden auch entzündungshemmende Eigenschaften nachgesagt. Somit ist der Tee ein ideales Getränk bei Erkältung und Grippe. Folgendes Wunderrezept hat mir einst eine gute Freundin empfohlen: ein Stück frischen Ingwer schälen und in Scheiben schneiden. Kochendes Wasser darübergiessen und den Tee fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Anschliessend mit etwas Rohrzucker (oder, wer es lieber mag, mit Honig) süssen. Da Ingwer eine anregende Wirkung hat, sollte der Tee nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen getrunken werden. fzat mir einst eine gute Freundin empfohlen: ein Stück frischen Ingwer schälen und in Scheiben schneiden. Kochendes Wasser darübergiessen und den Tee fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Anschliessend mit etwas Rohrzucker (oder, wer es lieber mag, mit Honig) süssen. Da Ingwer eine anregende Wirkung hat, sollte der Tee nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen getrunken werden.

Zwiebel: Bei Husten kann ein Sirup aus Zwiebeln helfen. Diesen Tipp gab mir mal ein Drogist mit dem Hinweis, dass Zwiebeln antibakteriell wirkten. Das Rezept: drei bis vier Zwiebeln schälen und in Stücke schneiden. Diese mit Kandiszucker und wenig Wasser aufkochen. Den Sud absieden. Über den Tag verteilt alle zwei bis drei Stunden einen Teelöffel von diesem Sirup einnehmen. Auch bei Schnupfen kann die Zwiebel Linderung bringen. Das Einatmen von Zwiebeldämpfen hilft gegen eine verstopfte Nase. Dazu stellt man, am besten über Nacht, eine Schale mit einer grob gehackten Zwiebel neben das Bett (in Kopfnähe).

Wasser: Was tun, wenn man nachts wegen einer lästig verstopften Nase nicht einschlafen kann, aber grad keine Zwiebeln, Zitronen, Hühner (siehe Tipps auf dieser Seite) oder andere Hausmittelchen zur Hand hat? Mein Survival-Rezept ist simpel und günstig: Man nehme eine Schale Wasser und stelle diese aufs Nachttischli. Zusätzlich kann man auch ein nasses Tuch über den Heizkörper legen. Gerade in der Heizsaison ist vielerorts die Raumluft zu trocken. Wird diese befeuchtet, atmet es sich auch gleich (zumindest etwas) leichter. Die effizientere, aber etwas weniger günstige Alternative: ein Luftbefeuchter.

Salbei: Heissen Salbeitee trinken oder mit kaltem Salbeitee gurgeln, beides hilft gegen Halsweh und Heiserkeit. Davon überzeugt hat mich eine Teeverkäuferin. Am besten nimmt man frische Salbeiblätter und giesst sie mit heissem Wasser auf. Den Tee einige Minuten ziehen lassen und so warm wie möglich trinken. Ist der Tee ausgekühlt, kann er zum Gurgeln verwendet werden. Salbei tötet Bakterien und wirkt entzündungshemmend. Schwangere oder Stillende sollten allerdings auf Salbeitee verzichten, weil er die Gebärmutter stimuliert (was zu vorzeitigen Wehen führen kann) beziehungsweise die Milchproduktion hemmt.

Eukalyptus: Ist die Nase verstopft, kann Inhalieren von Eukalyptusdämpfen wohltuend sein. Die Pflanze, die bei Koalabären eine beduselnde Wirkung hat, kann im Erkältungsfall Linderung verschaffen, weil deren Inhaltsstoffe Schleim lösen und Keime abtöten. Ich giesse jeweils heisses Wasser in eine Schüssel und gebe ein paar wenige Tropfen Eukalyptusöl, das ich in einer Drogerie gekauft habe, dazu. Danach halte ich den Kopf über die Schüssel und atme tief ein und aus und ein und aus (wichtig dabei: darauf achten, immer auf die Seite auszuatmen, damit nicht die gleiche Luft wieder eingeatmet wird).

Zitrone: Den Saft einer halben Zitrone mit warmem Wasser auffüllen. Mit Honig süssen. Fertig. Im Winter trinke ich dieses Gemisch ständig. Vielleicht werde ich deshalb selten krank. Bin ich doch einmal erkältet, gönne ich mir gleich ein paar Tassen pro Tag. Forscher streiten sich über die Wirkung von Vitamin C, aber einige Studien deuten an, dass eine Erkältung um einen Tag verkürzt werden kann, wenn man regelmässig 0,2 Gramm des Vitamins einnimmt. Da man viel trinken soll, damit bei einer Erkältung die Schleimhäute nicht weiter austrocknen, schlägt man mit der heissen Zitrone zwei Fliegen mit einer Klappe.

Hot Whisky: Der Regen peitschte an die Pub-Fenster, es ging ein fieser Wind, und ich sass drinnen vor dem Torffeuer. Verschnupft. Der Barman servierte mir statt Tee einen Hot Whisky: kochendes Wasser und Whisky mit einem Schnitz Zitrone (mit Nägeli). Ich schlürfte, erwärmte mich (auch für dieses Heilmittel) und war am nächsten Tag – gesund. Erkältungen mit Feuerwasser wegtrinken? Vielleicht nicht die gesündeste Art, sie bewirkt manchmal genau das Gegenteil (man fühlt sich tags darauf todkrank). Aber: Wenn die Iren und Schotten nicht wissen, was gegen Wind-und-Wetter-Wehwehchen zu tun ist, wer dann?

Hühnersuppe: Jesses, kocht dem Mädchen eine Hühnersuppe! Schon stand Grossmutter am Herd und warf ein Suppenhuhn, Suppengemüse, ein Lorbeerblatt, Petersilie und Gewürze in den Topf und liess die Brühe köcheln. Das war in meiner Kindheit, heute koche ich selber und gebe noch ein paar Stückchen Ingwer dazu (siehe Box «Eine Wurzel, die Wunder vollbringt»). Grossmutter wusste übrigens, was sie tat: Laut Studien wirkt Hühnersuppe entzündungshemmend, weil sie bestimmte weisse Blutkörperchen blockiert, die Entzündungen und Schwellungen der Schleimhäute auslösen können. Hennengut!

Berner Zeitung

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