«Der schönste Sportwagen mit vier Türen»

Geschmacksache? Es wird wohl nur wenige Menschen geben, denen das viertürige Coupé von Aston Martin, der Rapide, nicht gefällt. Doch der Rapide ist nicht nur wie gewohnt schön und wie gewohnt schnell – er ist auch praktisch!

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Aston Martin und praktisch? Das hört sich an wie James Bond als Familienvater. Das passt nicht. Aber nachdem der Schweizer Regisseur Marc Forster in «Quantum of Solace» aus dem einst so charmanten Geheimagenten im Dienste Ihrer Majestät einen humor-, trost- und geschlechtslosen Kämpfer gemacht hat, wäre das eine wunderbare Entwicklung. Ein Weg zurück aus der Action-Ecke. Oder überhaupt ein Weg zurück: Denn derzeit steht die Zukunft von James Bond nur noch in den Sternen.

Da hat es Aston Martin gut. Die britische Edelmarke hat sich recht souverän durch die Krise gerettet. Und obwohl in Gaydon auch am Kleinwagen Cygnet auf Basis eines Toyota iQ gearbeitet wird, geben die Briten mit dem schönen Rapide als Antwort auf den Porsche Panamera Vollgas. «Wir beweisen mit diesem Auto, dass sich Sportlichkeit und vier Türen in keiner Art und Weise ausschliessen», freut sich Firmenchef Ulrich Bez, und bezeichnete den Rapide mit englischem Selbstbewusstsein als «weltweit schönsten Sportwagen mit vier Türen».

«Most Beautiful Supercar»

Das ist keine Übertreibung. Denn noch bevor die ersten Modelle zum Minimalpreis von 271 200 Franken ausgeliefert wurden, gewann der Rapide den «Most Beautiful Supercar of the Year»-Award. Der französische Ex-Formel-1-Champion Alain Prost erklärte in seiner Laudatio: «Der Aston Martin Rapide verkörpert eine einmali¬ge Balance zwischen Automobildesign, Kunst und Hightech.» Das passt. Denn wo etwa der Porsche Panamera beim Design ein paar Schattenseiten zeigt, wirkt der Rapide wie eine formvollendete Skulptur: Auf 5,02 Meter gestreckt, aber nur 1,36 Meter hoch, steht er satt und breit auf der Strasse. Weil die Devise «Form Follows Function» beim Rapide aber nur zweite Priorität hat, geht es im Fond des Aston Martin ein wenig enger zu und her als im Panamera oder im Mer-cedes CLS, und die 317 Liter Kofferraumvolumen sind auch eher bescheiden.

Viel Liebe zum Detail Während bei den Bond-Girls primär die äusseren Werte zählten, begeistert der Rapide auch mit inneren Werten. Das Intérieur ist zwar knapp geschnitten, aber eine Augenweide. Bestes Leder, teuerste Materialien und eine hochwertige Verarbeitung sind bei den Preziosen aus Gaydon seit Jahrzehnten in der Serie. Doch der Rapide überrascht mit einer erstaunlichen Liebe zum Detail – vom Zündschlüssel im Kristallglas-Design über die serien¬mässige Soundanlage von Bang & Olufsen und die kleinste, aber schönste Sitztasche der Welt, bis zum Haltegriff für Fondpassagiere, der sich bei Nichtgebrauch magnetisch und schlank an die B-Säule heftet. Das ist wahrlich grosses Kino.

Das gilt auch für die Technik, die sich der Schönling mit DB9 und Vantage teilt. So sind nicht nur die gestreckte Plattform und das modifizierte Getriebe identisch, sondern auch der 5,9 Liter grosse V12, der vorne tief unter der Haube liegt. Für die Insassen fast schon zu gut gedämmt und für die Passanten ein viel zu kurzes akustisches Vergnügen, lässt der V12 den Rapide mit jedem Gasstoss brüllen und treibt den Viertürer vehement nach vorne. Die 477 PS und bis zu 600 Newtonmeter reichen, um in 5,2 Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen. Und zwar absolut mühelos und stressfrei. Doch trotz der komfortablen Fahrwerksabstimmung bleibt der erste viertürige Aston Martin seit 1989 ein Sportwagen, der sich vorwiegend auf kurvigen Landstrassen in seinem Element fühlt. Denn je länger man unterwegs ist, desto leichter vergisst man die hinteren Türen und die beiden engen Rennschalen im Fond. Der Rapide fühlt sich auf der Strasse an wie der kleine Bruder DB9. Nur bei ganz engen Kehren und scharfen Stopps bringt sich das XL-Format des viertürigen Coupés wieder in Erinnerung – fünf Meter und zwei Tonnen Leergewicht können selbst die erfinderischen Ingenieure von Aston Martin nicht wegzaubern.

www.astonmartin.ch

Tages-Anzeiger

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