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Lug und Trug am Berg

War die russische Gräfin Helene Kolzoff-Massalsky als erster Mensch auf dem 4'107 Meter hohen Mönch-Gipfel? Die Quellen zeichnen ein widersprüchliches Bild.

Kulisse für erlebte und erdachte Heldentaten: Eiger, Mönch und Jungfrau, fotografiert vom Niesen aus. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)
Kulisse für erlebte und erdachte Heldentaten: Eiger, Mönch und Jungfrau, fotografiert vom Niesen aus. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Im Juni 1855 trifft die reiche russische Gräfin Helene Kolzoff-Massalsky (27) im Hotel Des Alpes in Interlaken ein – mit dem kühnen Ziel, von Grindelwald aus auf die Jungfrau zu steigen. Um die Blaublütige davon abzuhalten, zeigt man ihr durch das Fernrohr die eisigen Abgründe und liest ihr die schrecklichsten Stellen aus den Reisehandbüchern vor. Doch die Schauergeschichten wecken die Neugierde der Aristokratin noch mehr. Sie ist hochgebildet, beherrscht zehn Sprachen, setzt sich für Frauenrechte ein und schreibt unter dem Pseudonym Dora d’Istria erfolgreiche Bücher. Nun will sie ein vierteiliges Werk über Land und Leute der deutschen Schweiz verfassen, das auch ein Kapitel über die Besteigung eines vergletscherten Alpengipfels enthalten soll. Noch weiss die Gräfin aber nicht, dass sie gar nicht auf die Jungfrau geführt werden wird, sondern auf den noch unbestiegenen Mönch – angeblich.

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