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Zwischen Tradition und Moderne

Die britischen Royals sind bekannt für ihre unerschütterliche Haltung, die «Stiff Upper Lip». Geprägt wurde sie von einer Kindheit mit Gouvernanten und Internat. William und Kate werden mit dieser Tradition brechen.

Aus einer anderen Zeit: Die Queen Mum mit Baby Elizabeth. (Archivfoto aus dem Jahr 1926)
Aus einer anderen Zeit: Die Queen Mum mit Baby Elizabeth. (Archivfoto aus dem Jahr 1926)
Privatbesitz

Die Geburt des «Royal Baby» soll nach jahrhundertealter Tradition mit Kanonenschüssen verkündet werden. Doch trotz allen Pomps und festgelegten Zeremoniells am Hofe wollen Prinz William und seine Frau Catherine die Tradition mit moderner Elternschaft verbinden.

Beobachter warnen allerdings, dass ein normales Familienleben angesichts der Pflichten und Zwänge der Monarchie schwierig werden könnte. «Wir bekommen immer wieder zu hören, dass ihre Eltern ihnen eine normale Kindheit bieten wollen», sagt Patrick Jephson, ehemaliger Privatsekretär von Williams verstorbener Mutter Diana. «Doch die Wahrheit ist leider, dass sie nicht normal sind und das auch nie sein können.»

Die britischen Royals sind bekannt für ihre unerschütterliche Kühle, die berüchtigte «stiff upper lip» - schliesslich verbrachten sie ihre Kindheit vor allem mit Kindermädchen und in Internaten und nicht bei ihren Eltern. Kate jedoch scheint sich wohl zu fühlen mit Kindern und will Medienberichten zufolge auf eine Vollzeit-Kinderfrau verzichten.

Ob sie tatsächlich mit der königlichen Tradition bricht, bleibt indes fraglich. «Kate hat zwar betont, dass sie keine Kindermädchen will, aber das war vor den sechs Monaten voll schlafloser Nächte,» sagt Claire Irvin, Chefredakteurin der Zeitschrift «Mother & Baby». «Trotzdem ist sie ziemlich modern und will keine riesige Entourage von Helfern.»

«Keine Wahl»

Das Paar habe keine Wahl, glaubt Phil Dampier, seit 28 Jahren Hofberichterstatter. William werde bald zunehmend königliche Pflichten übernehmen, so dass Hilfe unumgänglich sei. «William wird auch Windeln wechseln wollen, aber sie werden um eine Vollzeit-Nanny nicht herum kommen, auch wenn sie keine haben wollen.»

Königin Elizabeth II. und ihre Schwester Margaret wurden zu Hause von einer Gouvernante erzogen, Williams Vater Prinz Charles war todunglücklich im schottischen Internat Gordonstoun. Doch die Zeiten, in denen der königliche Nachwuchs seine Eltern nur selten sah und zurückgezogen aufwuchs, sind vorbei.

Es war vor allem Dianas Verdienst, aus diesem Muster auszubrechen. Sie sorgte dafür, dass ihre Jungen «normale» Sachen machten, obwohl beide aufs exklusive Internat Eton College gingen. «Sie nahm sie mit zu den Obdachlosen und unternahm normale Ausflüge zu Vergnügungsparks», sagt Dampier. «Ich bin sicher, Will und Kate werden das Gleiche tun wollen.»

Auch könnte Grossbritanniens jüngster Royal bürgerlich ins Leben starten: Medienberichten zufolge will Kate die ersten sechs Wochen nach der Geburt in ihrem Elternhaus in der Grafschaft Berkshire westlich von London verbringen. Als Grosseltern könnten die Middletons einen Hafen bürgerlicher Normalität bieten, weit weg von der protokollarischen Strenge des Hofes.

Geliebte Schwiegereltern

Prinz William versteht sich sehr gut mit den ehemaligen British Airways-Angestellten, die mit einem Partyartikel-Versand Millionen gemacht haben. Er verbringt regelmässig Wochenenden bei den Middletons und scheint dort die emotionale Stabilität und Normalität zu finden, die ihm in seiner Kindheit fehlten.

«Kate hat eine sehr harmonische Familie», erklärte er in einem Interview 2010. «Mike und Carole waren immer sehr herzlich, zuvorkommend und lustig.»

Doch die grösste Herausforderung für die junge Familie könnte darin bestehen, ihren Nachwuchs vor den Medien zu schützen: «Das Interesse an diesem Baby sprengt jetzt schon alle Dimensionen», sagt Dampier. «Ich habe nie so viel Interesse an der königlichen Familie erlebt. Es ist eine aussergewöhnliche Real-Life-Seifenoper, und es wird auch nicht so bald aufhören.»

SDA/kle

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