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«Wir Menschen sind lieber die Bösen als die Dummen»

Richard David Precht, Philosoph und Bestsellerautor, sieht in der Ausdünnung des Mittelstandes eine grosse Gefahr für unsere Gesellschaften.

«Wir haben akzeptiert, dass die Politiker vor den Finanzmärkten eingeknickt sind»: Der Philosoph David Richard Precht.
«Wir haben akzeptiert, dass die Politiker vor den Finanzmärkten eingeknickt sind»: Der Philosoph David Richard Precht.
AFP

Was sind aus Ihrer Sicht die grossen Fragen 2012? Der Sprengstoff liegt heute darin, dass unser System zwar legal ist, aber an Legitimität eingebüsst hat. Die Finanzkrise bedroht viel mehr als nur die Wirtschaft. Die Macht der Banken entstand seinerzeit dadurch, dass wir bereit waren, in den fetten Jahren Macht an sie zu delegieren. Wir haben akzeptiert, dass unsere Politiker vor den Finanzmärkten eingeknickt sind, weil die Banken mit Abwanderung drohten. Das wird sich nicht mehr wiederholen. Heute ist das Ganze sehr fragil geworden. Dabei haben wir vorderhand noch das Glück, dass in keinem westeuropäischen Land die Leute kollektiv ihre Spareinlagen verloren haben. Wenn das passieren sollte, wird es enormen politischen Unmut geben. Die entscheidende Frage wird sein, ob dieser Unmut genutzt wird, um das System demokratischer zu gestalten oder um Populisten an die Macht zu bringen.

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