Zum Hauptinhalt springen

«Wer nichts tut, macht mit»

Mehrere Menschen sollen Zeugen des Überfalls im Berliner U-Bahnhof Lichtenberg letzte Woche gewesen sein. Niemand griff ein. Tipps zum Verhalten in gefährlichen Situationen

Attacke auf dem U-Bahnhof Lichtenberg: Bilder von der Überwachungskamera.
Attacke auf dem U-Bahnhof Lichtenberg: Bilder von der Überwachungskamera.
Polizei/Überwachungsvideo

Niemand griff ein, als vier Jugendliche im Berliner U-Bahnhof Lichtenberg einen 30-jährigen Mann niederschlugen – sein Zustand war heute immer noch kritisch. Nur ein Notruf sei bei der Polizei eingegangen, hiess es.

«Wer nichts tut, macht mit», heisst es bei der Dominik-Brunner-Stiftung: Der 50-jährige Münchner kam im September 2009 ums Leben, als er vier Schüler vor einem Angriff zweier Jugendlicher schützen wollte. Auch deshalb haben Zeugen von Gewalttätigkeit oft Angst einzugreifen - sie wollen sich nicht selbst gefährden. «Helfen Sie, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen», erklärt die Berliner Polizei, und gibt folgende Ratschläge:

- Alarmieren Sie sofort die Polizei. Der Notruf ist kostenfrei.

- Sprechen Sie andere Menschen direkt an: «Wir helfen jetzt gemeinsam.» Verlassen Sie gegebenenfalls mit dem Opfer den Ort.

- Bieten Sie dem Opfer «sichere Orte» (zum Beispiel den Platz neben Ihnen, Ihr Auto, Ihre Geschäftsräume) an.

- Schreien Sie laut, das verunsichert Täter und erregt Aufmerksamkeit.

- Rufen Sie aus sicherer Entfernung laut in Richtung Täter: «Ich habe die Polizei gerufen.»

- In öffentlichen Verkehrsmitteln: Ziehen Sie die Notbremse oder informieren Sie das Fahrpersonal.

- Merken Sie sich das Aussehen des Täters.

- Stellen Sie sich als Zeuge zur Verfügung.

- Halten Sie flüchtende Täter nicht auf.

- Greifen Sie den Täter nicht körperlich oder verbal an.

- Halten Sie Abstand.

«Es empfiehlt sich, eher auf das Opfer einzugehen und Hilfe anzubieten, als den Täter direkt anzusprechen», rät die Dominik-Brunner-Stiftung, in deren Kuratorium unter anderen der Präsident vom FC Bayern München, Uli Hoeness, und die Schauspielerin Maria Furtwängler sitzen. Und : «Duzen Sie den Täter nicht, denn sonst könnten umstehende Passanten einen rein persönlichen Konflikt vermuten.»

dapd/bru

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch