Welches ist die sicherste Aktie?

In dieser Rubrik beantworten unsere Redaktoren die am häufigsten gegoogelten Fragen.

Zurücklehnen und abwarten: Manchmal nicht die dümmste Anlegestrategie.

Zurücklehnen und abwarten: Manchmal nicht die dümmste Anlegestrategie.

(Bild: PD)

Bernhard Kislig@berrkii

Wer im Internet nach der sichersten Aktie sucht, tut dies vielleicht aus Ärger darüber, dass das Geld auf dem Konto weniger wird, weil Banken keinen Zins mehr zahlen und immer mehr Gebühren verlangen. Eine robuste Aktie mit üppigen Dividenden und satten Kursgewinnen wäre da gewiss eine verlockende Alternative.

Doch die «todsichere» oder «beste» Aktien gibt es nicht. Im Gegenteil: Je dicker bei solchen Lobpreisungen aufgetragen wird, umso verdächtiger sind sie. Denn wer versucht, eine Sicherheit vorzugaukeln, die es nicht gibt, verfolgt meist keine hehren Motive. Und selbst bei tatsächlich guten Werten kann sich die Ausgangslage rasch ändern. Manchmal auch für längere Zeit: Credit-Suisse- und UBS-Aktien zum Beispiel haben sich seit der Finanzkrise nicht erholt.

Einige Ratschläge zur Selbsthilfe schützen weniger erfahrene Anleger eher vor Fehltritten als das Anpreisen eines Titels. Gute Geschäftszahlen, gefragte Produkte oder Dienstleistungen und allenfalls populäre Marken sprechen für den Kauf von Anteilen einer Firma. Informationen und Einschätzungen dazu liefern unter anderem Medien. Vertrauensfördernd ist auch, wenn Substanz vorhanden ist – ein Startup, das einem Hype aufsitzt, ist manchmal sehr schnell wieder von der Bildfläche verschwunden. Viele Anleger orientieren sich an der bisherigen Kursentwicklung und der Börsenweisheit «The trend is your friend». Tatsächlich ist es statistisch wahrscheinlicher, dass ein Trend anhält, als dass er sofort ändert. Wer auf steigende Kurse setzt, fährt deshalb in der Regel besser. Eine Garantie dafür gibt es natürlich nicht.

Grosszügig und regelmässig ausgeschüttete Dividenden trösten auch mal über Kursverluste hinweg. Zudem schneiden solche «Dividendenperlen» bei Kursschwankungen in der Regel besser ab, da sie begehrter sind.

Bei ausländischen Aktien kommt das Währungsrisiko hinzu. Wer Sicherheit anstrebt und keine grosse Erfahrung im Wertschriftenhandel hat, bleibt besser bei Schweizer Titeln. Aufgrund des starken Frankens haben haben einige Anleger in den vergangenen Jahren mit internationalen Werten erheblich Geld verloren.

Der Fokus auf Titel von namhaften Schweizer Unternehmen schränkt die Auswahl bereits stark ein. Das erleichtert die Suche. Der Index SMI bietet sich als Quelle an. Wer diesen nach den erwähnten Kriterien durchstöbert, dürfte fündig werden. Daraus resultieren zwar nicht «todsichere» Papiere, aber doch robuste Werte, die längerfristig mehr Freude bereiten, als wenn das Geld auf dem Bankkonto bleibt.

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