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«Über ein Lächeln freue ich mich immer»

Die Flirtdebatte beschäftigt die Leser auf Redaktion Tamedia. Und lockt sie aus der Reserve.

Profi-Flirter: George Clooney and Catherine Zeta-Jones in «Intolerable Cruelty».
Profi-Flirter: George Clooney and Catherine Zeta-Jones in «Intolerable Cruelty».

Und ich hab' die Fenster offen, Neu zieh in die Welt hinein Altes Bangen, altes Hoffen Frühling, Frühling soll es sein!

Still kann ich hier nicht mehr bleiben, Durch die Brust ein Singen irrt, Doch zu licht ist's mir zum schreiben, Und ich bin so froh verwirrt.

– Joseph von Eichendorff

Schön wärs! Doch die Zürcher und Zürcherinnen könnens offenbar nicht mehr miteinander, nicht mal im Frühling. Nachdem Journalistin Esther Meyer in der «SonntagsZeitung» über fehlende männliche Flirt-Fähigkeiten klagte, erschien hier die Replik. Und auch die Leserschaft hat zum Thema einiges zu sagen. Röbi Kammgarn spendete Trost, indem er die Bedeutung Zürichs relativierte: «Sympathisch wirken auf mich Frauen mit einem netten Lächeln im Gesicht. In Zürich gibt es daher nicht allzu viele Gründe, um zu flirten. Macht aber nichts, Zürich ist nur ein kleiner Teil der grossen weiten Welt.» Auch Vera Kiss empfahl die Flucht ins Ausland: «Wer das Flirten auf eine charmante Art kennen lernen will und üben möchte, dem empfehle ich mal die grüne Insel Irland. Die besten Flirts meines Lebens hatte ich dort.»

Danke für die Tipps. Doch was ist mit Leuten, die es nicht bei einem Ferienflirt belassen möchten? Gehen die leer aus? Es scheint fast so. Zumindest für Reto Widmer ist es ein klarer, ja sogar wissenschaftlich bewiesener Fakt: «Flirten wird laut Studien von Frauen in der Regel nur positiv beantwortet, wenn a) der Mann gut erkennbar vermögend ist oder b) Sozialprestige erkennbar ist oder c) wenigstens optisch mindestens durchschnittlich attraktiv ist. Diese Kriterien sind übrigens bei der Partnerwahl – in dieser Reihenfolge – bei fast allen Frauen ausschlaggebend.»

Zwar hat auch Walter Kühn keine Lösung parat, er hält aber wenig von Resignation, sondern plädiert auf Hartnäckigkeit. «Es muss doch möglich sein, dass Männer und Frauen sich mal was Nettes sagen, ohne sofort miteinander in den Fortpflanzungsmodus zu wechseln. Genau aus diesem Grund werde ich nicht aufgeben, auch mit der Migros-Kassiererin oder einer Kundin oder einfach nur sonst einer Frau, die mir begegnet, zu flirten. Selbst dann nicht, wenn sie zu 90 Prozent abweisend reagieren. Die 10 Prozent zeigen mir, dass das Leben auch in der Schweiz Spass machen kann.»

Ein Lächeln

Leser Marcel Zufferey wiederum ringt der Situation etwas Positives ab: «Zürich ist das mit Abstand härteste Pflaster der Welt, was Frauen anbelangt: Wer hier besteht, wird anschliessend überall auf der Welt den Erfolg bei Frauen haben, den er verdient!»

Sind wirklich die Frauen an der Misere schuld? Interessant ist ja, dass sowohl Meyer wie auch Philippe Zweifel im Redaktion Tamedia-Artikel mit denselben Argumenten aufwarteten: Niemand spreche einen an, die Coolness gebiete in Zürich Distanz. Da wollen wir Gegensteuer geben und unsere Zuschriftenauswahl hoffnungsvoll abschliessen: «Ein Lächeln», so Leser Thierry Emanuel, «bedeutet doch nicht, dass man sofort mit der Angelächelten ins Bett steigen will. Was gibt es Schöneres, als die Gunst einer Frau zu erobern? ‹Seduire la femme›, wie der Franzose sagt.» Worauf eine gewisse Nicole Vivienne antwortete: «Ich bin zwar Zürcherin, aber über ein Lächeln von einem Thierry wie Ihnen freue ich mich immer.»

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