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Rauschtrinker auf dem Vormarsch

Die Schweizer Bevölkerung trinkt so wenig wie seit 1960 nicht mehr. Besorgniserregend ist gemäss einer BAG-Studie jedoch der Anstieg einzelner Vieltrinker.

Mit einer nationalen Dialogwoche sollen Jugendliche vom exzessiven Alkoholkonsum abgehalten werden: Feuchtfröhliche Feier am Zürichsee. (Archivbild)
Mit einer nationalen Dialogwoche sollen Jugendliche vom exzessiven Alkoholkonsum abgehalten werden: Feuchtfröhliche Feier am Zürichsee. (Archivbild)
Keystone

Die Schweizer Bevölkerung trinkt weniger Alkohol als vor hundert Jahren. Doch gibt es vor allem bei den Jungen ein besorgniserregendes Phänomen: das Rauschtrinken. Jeder vierte Mann hat einmal monatlich einen Alkoholrausch. Unter den 20- bis 24-Jährigen betrinkt sich jeder Fünfte einmal pro Woche.

Dies zeigt das Faktenblatt «Entwicklung des Alkoholkonsums der Schweiz seit den 1880er-Jahren» des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Die Ende Januar publizierten Zahlen belegen deutlich, dass der Alkoholkonsum in der Schweiz in den 1960er- bis 1980er-Jahren stark angestiegen ist.

40 Prozent der Bevölkerung trinken 90 Prozent des Alkohols

In den letzten Jahren ist er dann stetig gesunken. Heute trinkt die Schweizer Bevölkerung etwa so viel wie im Jahr 1960. Jedoch weist die Statistik auch aus, dass ein kleiner Anteil der Bevölkerung sehr viel trinkt. In Zahlen ausgedrückt: 40 Prozent der Bevölkerung trinken 90 Prozent des gesamten konsumierten Alkohols.

Wenn also fünf Leute zusammen zwei Flaschen Wein (15 Deziliter) trinken würden, konsumieren zwei Leute davon 13,5 Deziliter. Die anderen drei teilen sich dann noch 1,5 Deziliter. Während die Rauschtrinker deutlich mehr als die durchschnittlichen 112,7 Liter (im Jahr 2011) alkoholische Getränke zu sich nehmen, leben 11,5 Prozent der Schweizer Bevölkerung abstinent.

Nationale Dialogwoche

Insgesamt hat jede fünfte Person in der Schweiz ihren Alkoholkonsum nicht im Griff und schadet damit sich selbst oder gefährdet andere. Eine nationale Dialogwoche des BAG, die noch bis zum 26. Mai stattfindet, soll die Bevölkerung für dieses Problem sensibilisieren.

Die Aktion ist Teil des Nationalen Programms Alkohol. Dabei führen Arbeitsgemeinschaften aus Suchtfachstellen, Polizei, Gastronomiebetrieben und Kulturschaffenden in der ganzen Schweiz zahlreiche Veranstaltungen durch.

Die Palette reicht von Installationen aus mehr als 3000 Flaschen über Comic-Ausstellungen und einen Rap bis zu Filmabenden und Diskussionen in Schulen, auf öffentlichen Plätzen und auf Facebook.

SDA/mrs

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