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Mit Vermutungen die Zukunft bewältigen?

Ohne Vermutungen könnte der Mensch nicht leben. Wie weit sie gehen, bestimmt jeder für sich.

«Im Zeitalter des allgemeinen Redeschwalls – der freien und öffentlichen Rede – wird auch viel vermutet. Eine Vermutung ist für mich eine eigene, ungeprüfte, ausgesprochene Meinung. Sind diese Vermutungen so probat, weil sie die beste, sprich einträglichste Art aller «bad news» darstellen?»

Liebe Frau S. Einerseits: Vermutungen sind aus Erfahrung, Aberglauben, Wissen, Tradition u. v. a. m. gespeiste Vorgriffe auf die Zukunft. Entweder, was ein eintretendes Ereignis angeht, oder aber, was eine zukünftige bessere Erkenntnislage angeht. Sie sind eine weiche Form von Kausalitätsannahmen. Ohne Vermutungen könnten wir nicht leben. Wenn wir jedes Mal stringent begründen müssten, warum wir etwas tun, lassen oder erwarten, kämen wir schlicht auf keinen grünen Zweig. Vermutungen sind der Kredit, den wir bei der Realität aufnehmen, in der berechtigten Hoffnung, ihn in absehbarer Zeit wieder zurückzahlen zu können.

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