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Mein Leben in der Senioren-WG

Das Altersheim kam nicht infrage, also gründete Henning vor 30 Jahren nochmals eine Wohngemeinschaft. Zu Gast im kuriosen Wohnprojekt.

«Wir Alten wollen mittendrin sein»: Henning Scherf vor seinem WG-Haus. (Foto: Tristan Vankann)

«Wir Alten wollen mittendrin sein»: Henning Scherf vor seinem WG-Haus. (Foto: Tristan Vankann)

Es gab eine Zeit, da wechselten sie sich jede Nacht ab, gaben ihr Schmerzmittel und wuschen sie. Vor allem: Sie waren da für ihre Mitbewohnerin, denn nun war sie, als erste, mit dem Sterben dran.

«Wir alle haben unsere Freundin beim Sterben begleitet», sagt Luise Scherf. «Die Frauen wohl ein bisschen mehr», erzählt Henning Scherf, ihr Mann, einst einer der beliebtesten Politiker im Land. Mit 54 bekam die Schauspielerin Krebs, drei Jahre lebte sie noch mit ihrer Krankheit. Kaum war sie tot, wuchsen die Tumore auch bei ihrem Sohn, der ebenfalls hier wohnte. Wie seine Mutter bat auch er darum, in der Gemeinschaft mit den anderen sterben zu dürfen. 1996 war es so weit, nach vier Jahren Krankheitsgeschichte. Da existierte das Wohnprojekt gerade mal acht Jahre. Luise Scherf bestimmte: «Jetzt wird hier erst mal nicht mehr gestorben!»

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