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Lächle, bis du stirbst

«Positiv Denken» ist ein beliebter Lösungsvorschlag bei Problemen, Ratgeber mit Anleitungen dazu füllen in Buchhandlungen ganze Regale. Doch die Kritik daran wird lauter.

Optimisten leben länger. Sie sind gesünder. Und sie sind glücklicher als Menschen, die zu viele schwere Gedanken wälzen. Wo keine Studie zur Hand ist, um das zu belegen, gibt es zahllose Beispiele, die es beweisen. Es lohnt sich also, in jeder Krise eine Chance zu sehen und sich nicht mit negativen Gefühlen aufzuhalten. Jedenfalls suggerieren das die Ratgeber, Motivationstrainings und Berater, die die Lehre des positiven Denkens vermitteln. Eine Lehre, der die amerikanische Sachbuchautorin und Journalistin Barbara Ehrenreich in ihrem Buch «Smile or Die» (das heute auf Deutsch erscheint) kritisch auf den Grund geht.

Ehrenreich schildert – unter anderem am Beispiel ihrer eigenen Brustkrebserkrankung – , wie allgegenwärtig der Zwang ist, auch der schlimmsten Situation etwas Gutes abzugewinnen. Sie stellt dabei nicht in Abrede, dass positive Gefühle tatsächlich Einfluss auf unseren Gesundheitszustand und unsere Lebenserwartung haben, dass wir unsere Gedanken ein Stück weit steuern können und dass es beeindruckend ist, wenn jemand eine Krankheit mit Würde erträgt. Doch sie zeigt auch überaus anschaulich, wie gross die gesellschaftliche Erwartung geworden ist, Schicksalsschlägen mit einer immer positiven Einstellung zu begegnen und deren negative Seiten zu leugnen.

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