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Krankenbesuch bei der Landeskirche

Eine Erkundungstour von der Kirchenbank bis zum obersten Reformierten zeigt: Mit ihrem Auftritt kann die reformierte Kirche immer weniger Leuten vermitteln, wofür sie steht und warum es sie braucht.

Stark geschwundene Anziehungskraft: An den reformierten Gottesdiensten bleiben im Kanton Bern und in der Schweiz viele Kirchenbänke leer.  Jüngere kehren der reformierten Landeskirche den Rücken zu.
Stark geschwundene Anziehungskraft: An den reformierten Gottesdiensten bleiben im Kanton Bern und in der Schweiz viele Kirchenbänke leer. Jüngere kehren der reformierten Landeskirche den Rücken zu.
Urs Baumann
Die reformierte Landeskirche steht vor einer unumgänglichen Totalrenovation – so wie die Heiliggeistkirche in der Stadt Bern.
Die reformierte Landeskirche steht vor einer unumgänglichen Totalrenovation – so wie die Heiliggeistkirche in der Stadt Bern.
Urs Baumann
Pfarrerin Beatrice Teuscher vor der Friedenskirche in Bern.
Pfarrerin Beatrice Teuscher vor der Friedenskirche in Bern.
Urs Baumann
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Gerade mal 30 Predigtbesucher sitzen an diesem Sonntagmorgen verloren in einer Stadtberner Kirche. Man erkennt lauter ergraute Häupter. Und drei, vier Jugendliche, die ihr Pflichtsoll an Gottesdienstbesuchen für die Konfirmation abarbeiten.

Die Stimmung in der halb dunklen Kirche hellt auch der Pfarrer nicht auf. Ernst tadelt er den Kauf von Billigtextilien, dann verurteilt er die Globalisierung, weil sie Armut produziere. Dabei bezieht er sich auf ein Schwellenland, das dank der Globalisierung Millionen von Menschen aus der Armut herausgeholt hat. Im Bibeltext, über den der Pfarrer dann referiert, geht es um die pazifistische Metapher vom Löwen, der Stroh statt schwacher Tiere frisst. Mit der Konkurrenzgesellschaft, in der die anwesenden Jugendlichen aufwachsen, hat das wenig zu tun. Sie hören kaum hin und zupfen nervös an ihren H&M-Billigtextilien.

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