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«Im Spital dämmerte mir, dass ich nicht unersetzlich bin»

Für Hansueli Schläppi waren 100-Stunden-Wochen als Unternehmer normal. Nach einem Zusammenbruch nahm er sich eine Auszeit. Nun plant er erneut Grosses.

Sie haben vor vier Jahren Ihr Hotel verschenkt, Ihren Job als Direktor der Lenk-Bergbahnen an den Nagel gehängt und sind zu einer Weltreise aufgebrochen. Mussten Sie fliehen? Nein, es war der richtige Moment für eine Auszeit. Vorher hatte ich über zehn Jahre lang zwei Vollzeitjobs gleichzeitig gemacht. In Spitzenzeiten war ich an sieben Tagen pro Woche 15 Stunden im Einsatz und bestritt 600 berufliche Termine pro Jahr.

Sie starteten Ihre Laufbahn bei der Bank. Was hat Sie gereizt? Das war damals noch solides Handwerk, wir rechneten im Kopf die Zinsen aus, ohne technische Hilfsmittel. Nach der Lehre geriet ich bald in den Arbeitsstrudel: Mit knapp 25 Jahren war ich Vollzeit-Bankangestellter, baute nebenbei ein Dreifamilienhaus, war Kassier der Betelberg-Bahnen und hatte die Regionalleitung der Helvetia-Versicherung inne. Auch mein fünf Jahre älterer Bruder bewältigte ein enormes Pensum. Er führte den Bergbauernhof mit zwölf Gebäuden, war Gemeinderat, Besamungstechniker und vieles mehr. Manchmal fragten wir uns, warum wir uns das alles antun. Und sagten dann scherzhaft: «Damit einmal viele Leute zur Beerdigung kommen.»

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