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«Ich habe mein Nokia betrogen»

Der Gegenstand als emotionaler Partner des Menschen – oder: Ein Erklärungsversuch, warum wir manchen Marken treuer bleiben als anderen.

Apple: Der HerzensbrecherMan kann Apple lieben oder hassen; aber neutral stehen dem Unternehmen aus Cupertino die wenigsten gegenüber. Besonders für Leute aus Finnland ist der Umgang mit Apple-Produkten nicht einfach – ist doch der Handyhersteller Nokia ein Symbol des nationalen Stolzes und der Besitz eines Nokia-Handys deshalb eine Herzensangelegenheit.Wer sich trotzdem ein iPhone kauft, tut dies aufgrund der technischen Eigenschaften des Geräts, und meist auch aufgrund des unwiderstehlichen Designs – und, weil das alte Nokia einfach nicht mehr zu einem passt: «Die Loyalität zum Design war stärker als die Loyalität zur Marke», schreibt ein Blogger aus Finland zu seinem Umstieg von Nokia zu Apple. Ob der finnische Handykonzern den Seitenspringer zurückgewinnen kann, wird sich zeigen.
Apple: Der HerzensbrecherMan kann Apple lieben oder hassen; aber neutral stehen dem Unternehmen aus Cupertino die wenigsten gegenüber. Besonders für Leute aus Finnland ist der Umgang mit Apple-Produkten nicht einfach – ist doch der Handyhersteller Nokia ein Symbol des nationalen Stolzes und der Besitz eines Nokia-Handys deshalb eine Herzensangelegenheit.Wer sich trotzdem ein iPhone kauft, tut dies aufgrund der technischen Eigenschaften des Geräts, und meist auch aufgrund des unwiderstehlichen Designs – und, weil das alte Nokia einfach nicht mehr zu einem passt: «Die Loyalität zum Design war stärker als die Loyalität zur Marke», schreibt ein Blogger aus Finland zu seinem Umstieg von Nokia zu Apple. Ob der finnische Handykonzern den Seitenspringer zurückgewinnen kann, wird sich zeigen.
Keystone
Nivea: Wer einmal zufrieden ist, bleibt dabeiDass der Körperprodukte-Hersteller aus Beiersdorf auf eine treue Stammkäuferschaft zählen kann, hängt ein bisschen mit der Natur der Sache zusammen. Denn wer mit einer Creme, die er täglich auf seine Haut schmiert, eine gute Erfahrung gemacht hat, weicht in der Regel nicht mehr davon ab.Nivea pflegt jedoch nicht nur Gesichter, sondern auch eine clevere Marken-Diversifikationsstrategie: Auf dem Klassiker der Nivea-Creme aufbauend wurde das Sortiment an Lotionen, Gels und Cremes bewusst erweitert – sodass es nun für jedes Pflegebedürfnis das passende Produkt gibt, natürlich von Nivea.
Nivea: Wer einmal zufrieden ist, bleibt dabeiDass der Körperprodukte-Hersteller aus Beiersdorf auf eine treue Stammkäuferschaft zählen kann, hängt ein bisschen mit der Natur der Sache zusammen. Denn wer mit einer Creme, die er täglich auf seine Haut schmiert, eine gute Erfahrung gemacht hat, weicht in der Regel nicht mehr davon ab.Nivea pflegt jedoch nicht nur Gesichter, sondern auch eine clevere Marken-Diversifikationsstrategie: Auf dem Klassiker der Nivea-Creme aufbauend wurde das Sortiment an Lotionen, Gels und Cremes bewusst erweitert – sodass es nun für jedes Pflegebedürfnis das passende Produkt gibt, natürlich von Nivea.
Keystone
Enea: Die Marke, die keine istUnd noch ein Beispiel aus dem Luxusbereich: In Rapperswil gibt es eine Gärtnerei – gemäss Erzählungen ist es DIE Gärtnerei –, die für die Gestaltung der schönsten Gärten an der Zürcher Goldküste zuständig ist.Insider erkennen Enea-Gärten, auch wenn sie in typisch schweizerischer Understatement-Manier nicht als solche angeschrieben sind. Wer also neu an die Goldküste zieht und ein Insider werden will, weiss also, was er zu tun hat.
Enea: Die Marke, die keine istUnd noch ein Beispiel aus dem Luxusbereich: In Rapperswil gibt es eine Gärtnerei – gemäss Erzählungen ist es DIE Gärtnerei –, die für die Gestaltung der schönsten Gärten an der Zürcher Goldküste zuständig ist.Insider erkennen Enea-Gärten, auch wenn sie in typisch schweizerischer Understatement-Manier nicht als solche angeschrieben sind. Wer also neu an die Goldküste zieht und ein Insider werden will, weiss also, was er zu tun hat.
PD
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Theoretiker von Marx bis Adorno haben die Verdinglichung menschlicher Beziehungen im Kapitalismus beklagt. Doch das aktuelle Zeugnis von Tobias Dahlberg, einem Marketingexperten aus Helsinki, legt den umgekehrten Schluss nahe: Im modernen Kapitalismus beginnen Menschen, die sie umgebenden Dinge als Mitmenschen wahrzunehmen und zu behandeln.

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