Zum Hauptinhalt springen

Herr der Ringe, aber mit Frauen

«Game of Thrones» ist das Aufregendste, was Fernsehen derzeit zu bieten hat – und lässt erahnen, wie sich die Geschichtsschreibung mit mehr Frauenfiguren entwickelt hätte.

Daenerys Targaryen will gerade in ein Bad steigen, als sie mit dreizehn Jahren erfährt, dass sie den Barbarenkönig Khal Drogo heiraten soll. Ihr Bruder erklärt ihr seine Absicht: «Wir kehren heim mit einer Armee, mit Khal Drogos Armee. Ich würde dich von seinem ganzen Stamm vögeln lassen, alle vierzigtausend Mann und ihre Pferde auch, wenn es nötig wäre.» Schockiert steigt sie in das noch siedend heisse Wasser. Ihre Dienerin warnt sie nicht, dass es viel zu heiss ist. Die Bedeutung dieser Szene in der «Game of Thrones» zeigt sich erst viel später. Zuerst scheint es die verstörte Reaktion eines jungen Mädchens zu sein, das sich selbst nicht mehr spüren will. In Tat und Wahrheit ist Daenerys aber so hitzeresistent wie eine Teflonpfanne («Feuer kann einen Drachen nicht töten»). Das ist ihre Gabe, diese soll sie viele Folgen weiter zur Königin über die Welt mit den zwei Kontinenten Westeros und Essos machen. (Lesen Sie auch: «Gefährliche Frauen»)

«Game of Thrones» ist wie «Lord of the Rings», aber mit Frauen. Das macht den Reiz der derzeit wohl besten Serie der Welt aus. Der US-Bezahlkanal HBO hat das epische Spektakel um Intrigen, Sex und rohe Gewalt grosszügig finanziert.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.