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«Farbtöne sind oft präziser als Sprache»

Eigenschaften lassen sich farblich darstellen: «Sauber» ist weiss, «emotional» ist rot. Das sagt Axel Venn in «Das Farbwörterbuch».

Bunt und temperamentvoll, mit einer aggressiven Note: So sieht «geizig» aus.
Bunt und temperamentvoll, mit einer aggressiven Note: So sieht «geizig» aus.
PD

Ihr Buch erschliesst die Farbigkeit von Begriffen wie «bald», «utopisch», «kulturlos», «treu» oder «ehrlich». Was bringt uns die Erkenntnis, dass im Adjektiv «treu» mehr Rotanteile stecken als im eher sachlichen und kühlen «ehrlich»?Es zeigt eindeutig, dass es eine latent vorhandene Metasprache gibt, eine Ausdrucksform, die Farbe heisst. Wir alle kennen Ausdrucksformen wie Mimik, Körperhaltung und Bewegung. Das Buch zeigt nun, dass wir Farbe als ziemlich exaktes Verständigungsmittel benutzen können und recht klar definierte kommunikative Vorstellungen davon haben. Farbtöne sind sogar häufig präziser als der rein sprachliche Begriff. Die Semantik ist eine völlig andere, aber sie ist sehr genau. Bei der Übersetzung in die Farbe ist nicht der Einzelton wesentlich, sondern die Qualität des Tons – der Reinheits- und Helligkeitswert, kalt oder warm. Der gesamte polyfone Qualitätsgehalt der Farbe.

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