Evangelische Kirche kauft Schiff für Seenotrettung

Die Evangelische Kirche Deutschland verstärkt ihr Engagement in der Seenotrettung. Die Not habe keine Nationalität, sagte der Vorsitzende Heinrich Bedford-Strohm.

«Egal, aus welchen Gründen Menschen in Not sind, wir haben die Pflicht, sie zu unterstützen und ihnen zu helfen», sagte Bedford-Strohm. Symbolbild: Keystone

«Egal, aus welchen Gründen Menschen in Not sind, wir haben die Pflicht, sie zu unterstützen und ihnen zu helfen», sagte Bedford-Strohm. Symbolbild: Keystone

Gemeinsam mit Vertretern von Rettungs- und Hilfsorganisationen, Gemeinden und der Seebrücke-Bewegung forderte er dringend einen europaweiten Verteilmechanismus für im Mittelmeer gerettete Menschen.

«Solange schutzsuchende Menschen im Mittelmeer ertrinken und staatliches Handeln versagt, werden wir die zivile Seenotrettung nach Kräften unterstützen», sagte Bedford-Strohm. Der Kauf eines Schiffs war bereits beim Evangelischen Kirchentag mit einer Resolution beschlossen worden; der EKD-Rat entschied nach Angaben Bedford-Strohms am vergangenen Wochenende, dieses Vorhaben mit der Gründung eines Vereins umzusetzen, der ein Schiff anschaffen soll.

Flüchtlinge wochenlang unter unwürdigen Umständen auf Rettungsschiffen gefangen zu halten, sei «menschenverachtend»: EKD-Vorsteher Heinrich Bedford-Strohm. Foto: Keystone

Die Not habe keine Nationalität, und «egal, aus welchen Gründen Menschen in Not sind, wir haben die Pflicht, sie zu unterstützen und ihnen zu helfen», sagte Bedford-Strohm bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Vertretern von Ärzte ohne Grenzen, der Organisation Sea-Eye, der Seebrücke und dem Oberbürgermeister von Potsdam, Mike Schubert (SPD).

Verteilmechanismus dringend gefordert

Barbara Held, Ärztin und Einsatzleiterin der Organisation Sea-Eye, forderte: «Das Geschachere um Menschenleben muss aufhören.» Flüchtlinge wochenlang unter unwürdigen Umständen auf Rettungsschiffen gefangen zu halten, sei «menschenverachtend». Die Verantwortung liege nicht nur bei Italien und Malta, sondern bei ganz Europa.

Neben einem dringend gebotenen Verteilmechanismus aufnahmebereiter EU-Mitgliedstaaten forderten die Organisationen einen Stopp der Rückführungen nach Libyen. Flüchtlinge seien dort dem Risiko «systematischer Folter, Versklavung und Gewalt» ausgesetzt. Jede Unterstützung und Ausbildung der libyschen Küstenwache müsse eingestellt werden.

step/sda

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