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«Es ist unsere Aufgabe, die Demenz zuzulassen»

Die Schweiz altert, die Krankheit des Vergessens breitet sich aus. Nun reagieren Bund und Kantone mit einer nationalen Strategie. Endlich, sagt der Belper Facharzt Jean-Luc Moreau, der Demenzkranke betreut.

Warme Farbe an den Wänden, helles Licht, Platz für Bewegung und vertraute Gegenstände wie Stofftiere und Puppen erleichtern im Belper Demenzzentrum von Heimarzt Jean-Luc Moreau den Patienten den Alltag.
Warme Farbe an den Wänden, helles Licht, Platz für Bewegung und vertraute Gegenstände wie Stofftiere und Puppen erleichtern im Belper Demenzzentrum von Heimarzt Jean-Luc Moreau den Patienten den Alltag.
Andreas Blatter
Heimkatze Mädi, vertraute Ansprechpartnerin der Patienten und Patientinnen im Demenzzentrum Oberried bei Belp.
Heimkatze Mädi, vertraute Ansprechpartnerin der Patienten und Patientinnen im Demenzzentrum Oberried bei Belp.
Andreas Blatter
Heimleiter Jean-Luc Moreau.
Heimleiter Jean-Luc Moreau.
Andreas Blatter
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Herr Moreau, jeder sechste Deutschschweizer gibt an, mit Demenz nicht mehr weiterleben zu wollen. Lieber tot als dement – können Sie das nachvollziehen? Jean-Luc Moreau: Ich verstehe die Angst dahinter. Wir sind alle dermassen ausgerichtet auf Autonomie und fürchten so sehr, die Kontrolle über unser Leben zu verlieren. Die Botschaft der Demenzkranken ist jedoch: Man kann auch leben, ohne alles im Griff zu haben. Eine Demenz ist nicht das Ende. Man kann noch viel für die Lebensqualität tun. Aber das Bild der Demenz in der Öffentlichkeit ist negativ geprägt, das treibt mich um. Es wird meist nur auf verheerenden Zerfall und schweres Leiden fokussiert.

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