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Diagnose ADHS – mit 50

Die Aufmerksamkeitsstörung zu bestimmen, ist schwierig. Viele leiden jahrelang daran, ohne es zu wissen. Zwei Betroffene erzählen.

Johannes Kornacher
ADHS-Betroffene brauchen viel Energie, um sich im Beruf anzupassen: Ein Mann sitzt erschöpft vor dem Computer. Foto: iStock
ADHS-Betroffene brauchen viel Energie, um sich im Beruf anzupassen: Ein Mann sitzt erschöpft vor dem Computer. Foto: iStock

Wenn man Claudia Grondman nach ihrer Kindheit fragt, fällt ihr «Arbeit» ein. Schwerarbeit. Nicht schuften auf dem Bauernhof, sondern schuften im Kopf. Immer übersetzen, was sie denkt. Claudia dachte immer zuerst in Bildern, nicht in Worten. Hörte sie etwa «Brot», dachte sie an das Bild einer Scheibe Brot und gleich noch an Butter und Konfi. Sie dachte bildlich und viel weiter. Das einfache Wort «Brot» musste ihr Gehirn mehrfach verarbeiten. «Das war anstrengende Denkarbeit», sagt sie, «alles dauerte länger als bei anderen Kindern.» Ihr fehlte das automatische System, Reize zu filtern und sich auf die wesentliche Information zu konzentrieren. Erst mit Schwerarbeit im Kopf gelang das.

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