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Der totale Vertrauensverlust – warum wir alle Paranoiker sind

Durch Big Data ist jeder unbescholtene Bürger ein potenzieller Verbrecher geworden. Weil der Missbrauch der Überwachungstechnik im System begründet liegt, ist Misstrauen seine erste Pflicht.

Ein Essay von Peter Schneider
«Big Data» als Hoffnung, die pure Datenquantität könne irgendwann die Verdachtsmuster wie von selbst enthüllen: Server der Postfinance in Zofingen.
«Big Data» als Hoffnung, die pure Datenquantität könne irgendwann die Verdachtsmuster wie von selbst enthüllen: Server der Postfinance in Zofingen.
Keystone

Was macht eigentlich heute ein Psychiater mit einem Patienten, der in der Klinik sitzt, weil er glaubt, immer und überall abgehört zu werden? Ihn als durch die Umstände geheilt entlassen?

Das Gespenstische an den Überwachungsmassnahmen, die durch Edward Snowden in Umrissen publik geworden sind, ist nicht allein ihr Umfang. Wenn es um unsere Daten geht, ist die undurchsichtige Zusammenarbeit zwischen staatlichen Stellen und privaten Unternehmen fast noch beunruhigender. Es handelt sich um eine Verschwörung gegen die Privatsphäre, und ihre Grenzen sind nicht sichtbar. Die Privatsphäre der Bürger, soweit sie sich in Computerdaten manifestiert, wird hemmungslos ausspioniert, und dabei werden sowohl in geografischer als auch in rechtlicher Hinsicht alle Grenzen hemmungslos überschritten. Da macht es auch keinen gravierenden Unterschied mehr, ob lediglich die Metadaten der Telefonate von Angela Merkel aufgezeichnet oder ob auch deren Gespräche belauscht werden.

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