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Der Herzogin-Effekt

Das Phänomen wird der Herzogin-Effekt genannt: Grossbritanniens Frauen wollen sich kleiden wie Kate Middleton. Die Modehäuser freut es — es geht um eine Milliarde Pfund.

Vorbild für viele Frauen: Die Herzogin von Cambridge. (8. Januar 2012)
Vorbild für viele Frauen: Die Herzogin von Cambridge. (8. Januar 2012)
Keystone
Sorgten für Gesprächsstoff: Kate und William an der Premiere des Films «War Horse» in London. (8. Januar 2012)
Sorgten für Gesprächsstoff: Kate und William an der Premiere des Films «War Horse» in London. (8. Januar 2012)
Keystone
Ihre Kleider werden in Blogs besprochen: Kate in Birmingham. (19. August 2011)
Ihre Kleider werden in Blogs besprochen: Kate in Birmingham. (19. August 2011)
Keystone
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Ist das neuste Pressefoto erstmal draussen, ist es im Schnitt noch eine Frage von etwas mehr als 24 Stunden. So lange dauert es, bis der erste Mode-Blog Kate Middletons Abendkleid einem Modelabel zugeordnet hat und das gute Stück anschliessend ausverkauft ist. Grossbritanniens Frauen wollen, was Kate Middleton trägt. Die englische Presse hat für das Phänomen sogar einen Namen: der Herzogin-Effekt.

Neu ist die Tatsache, dass Prinz Williams Gattin als modisches Vorbild gilt, freilich nicht. Im vergangenen Jahr rangierte Kate auf den Best-dressed-Listen von Magazinen wie «Vanity Fair» und «Harper’s Bazaar». Blogs wie «What Kate Wore» verfolgen die Herzogin auf jedem modischen Schritt und Tritt. Doch nun wird erstmals auch der finanzielle Einfluss der Stilikone auf die Modebranche beziffert. Laut der Boulevardzeitung«Sun» generiert Kate Grossbritanniens Bekleidungsindustrie seit ihrer Hochzeit mit Prinz William Mehreinnahmen von rund einer Milliarde Pfund.

Eine Nation von Kate-Watchern

Wirtschaftsexperten schätzen, dass britische Frauen durchschnittlich 250 Pfund im Jahr ausgeben, um den Look von Prinz Williams Gattin zu kopieren. Lisa Bond, PR-Verantwortliche der Modekette Peacocks, sieht Kates modische Ausstrahlung als Grund für den Rummel. «Ihre Stilsicherheit hat die ganze Nation in Kate-Watchers verwandelt.» Ähnlich klingt es vonseiten der Konsumanalysten. Alexandra Richmond sagt gegenüber der Zeitung: «Ihre Art, sich zu kleiden, hat etwas, was alle anspricht.»

Überdies hält Richmond die geschätzte eine Milliarde Mehreinnahmen durch den Herzoginnen-Effekt für eine eher konservative Einschätzung. Immerhin schreibt man der Prinzessin nebst dem Ankurbeln des Kleidergeschäfts auch einen erheblichen Einfluss auf Verkäufe von Schuhen, Schmuck und Strümpfen zu. Laut Modehaus Debenhams nahm der Absatz von Kates Lieblingsstrümpfen in Hautfarbe um 65 Prozent zu. Daneben hat sich der Verkauf von Sledge-Stöckelschuhen verdoppelt, seit die Herzogin von Cambridge das Model für sich entdeckte.

Kate hebt den Profit an

Wie die Zeitung «Daily Mail» schreibt, dürfte Kate Middletons Einfluss auf die Modeindustrie so hoch sein, weil die Prinzessin nicht nur exklusive Designer-Stücke, sondern auch erschwingliche Kleider von Bekleidungsketten trägt. Ein Stück der Modekette Topshop, welches sie zu ihrem 25. Geburtstag trug, war binnen 24 Stunden ausverkauft.

Das britische Modehaus Reiss gab Kates Kleid, welches sie auf dem offiziellen Verlobungsfoto trug, wegen des grossen Andrangs nochmals in Produktion. Der Andrang wiederholte sich, als die Prinzessin ein Reiss-Kleid trug, während sie Michelle Obama die Hand schüttelte. Der Online-Shop des Modehauses kollabierte unter der Last der Anfragen.

Während andere Modeketten unter der schwächelnden Wirtschaft leiden, konnte Reiss den Profit 2011 fast verdoppeln. Laut Wirtschaftsexperten dürfte Kate Middleton keinen geringen Einfluss auf diese Jahresbilanz gehabt haben.

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