Das sind die prominentesten Büsi der Welt

Karl Lagerfelds Birmakatze Choupette ist nicht die einzige Berühmtheit auf vier Pfoten. Zehn Katzen, die Sie kennen sollten.

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Die Noble: Choupette (*2011)

Choupette trauert (Bild: Instagram/@choupettesdiary)

Auf ihrem neusten Instagram-Eintrag bedankt sich Choupette (239'000 Follower) für die «Worte der Anteilnahme», sie werde nun die Zukunft «ohne Daddy Karl Lagerfeld» in Angriff nehmen, «als meine eigene Frau». Daddy? Frau? Ja, die Birmakatze ist mehr als ein gewöhnliches Büsi. Ihr Besitzer, der verstorbene Modedesigner Lagerfeld, sagte einst, wenn er könnte, würde er sie gerne heiraten. Choupette, geborene Guimauve du Blues Daphnée, ist eine Katze von Welt, sie liebt Rom und New York, war schon auf der Titelseite der «Vogue» und soll zwei eigene Dienstmädchen haben. Wer wird künftig den Platz an ihrer Seite einnehmen, nun, da Karl Lagerfeld nicht mehr ist?

Der Lebensretter: Crimean Tom (gestorben 1856)

Crimean Tom als Ausstellungsobjekt (Bild: National Army Museum/bbc.com)

Es sind manchmal die unscheinbaren Existenzen, die über den Lauf der Geschichte entscheiden. Tigerkatze Crimean Tom, auch Sevastopol Tom genannt, war so eine. Er soll britische und französische Truppen während des Krimkriegs zwischen 1853 und 1856 vor dem Hungertod bewahrt haben. Die Regimente besetzten die Stadt Sewastopol auf der Krim und kämpften mit der schlechten Versorgungslage. Büsi Tom soll einem Leutnant aufgefallen sein, weil er so gut genährt war. Die Soldaten nahmen ihn auf und folgten ihm auf seinen Streifzügen – die sie zu geheimen Essensvorräten geführt haben sollen, so erzählt es die Legende. Nach dem Krieg kam Tom nach England, wo er noch im selben Jahr 1856 starb. Sein ausgestopfter Körper kam ins Londoner Militärmuseum.

Der Brigadier: Broccoli (*2003)

Brigadier Broccoli in der Kaserne (Bild: Facebook/Brigadier Broccoli)

Wahrscheinlich ist Broccoli die berühmteste Katze der Schweiz. Sie lebt auf dem Kasernengelände in Lyss BE und sorgt bei rund 400 Rekruten und Soldaten täglich für gute Laune. Seit 2012 ist sie offiziell Teil der Schweizer Armee. Ihr Dienstgrad: Brigadier. Broccolis Futter wird seither über das Armeebudget abgerechnet, davor mussten es die Soldaten selbst berappen. Vor zwei Jahren bekam der verschmuste Brigadier endlich auch ein Dienstbüchlein mit einer AHV-Nummer: 1291.007.3250. Die erste Zahl steht für die Geburtsstunde der Schweiz, die zweite unterstreicht Broccolis 007-Qualitäten, und die letzte ist die Postleitzahl ihrer Heimat Lyss.

Die Bahnhofsvorsteherin: Tama (1999 - 2015)

Tama im Dienst (Bild: Keystone)

Eigentlich war Tama eine Streunerin, die sich gern am Bahnhof Kishi in der japanischen Stadt Kishigawa aufhielt. Die örtliche Bahngesellschaft erkannte jedoch ihr Potenzial als Maskottchen und ernannte die Katze offiziell zur «Bahnhofsvorsteherin». Sogar Mütze und Namensplakette wurden eigens für sie angefertigt, nach ihrer Beförderung zur stellvertretenden Präsidentin bekam Tama ein eigenes Büro mit Kratzbaum und Katzentoilette. Touristen kamen in Scharen, um das Büsi «arbeiten» zu sehen, das dank einem medialen Hype und zahlreichen Werbeauftritten zum nationalen Glücksbringer avancierte. Auf dem Zenit ihrer Popularität soll Tama bis zu 8 Millionen Euro im Jahr verdient haben. Leider raffte sie eine Nebenhöhleninfektion im Alter von 16 Jahren dahin. Ihrer Beisetzung am Bahnhof Kishi wohnten Tausende Menschen bei.

Die Astronautin: Félicette (gestorben 1963)

Félicette auf Raumfahrtmission (Bild: Facebook/French Embassy in the U.S.)

Hündin Laika, die von den Sowjets ins All geschossen wurde, ist heute noch vielen ein Begriff. Doch es gab auch Félicette, die erste Katze im Weltall, die im Gegensatz zu Laika heil auf die Erde zurückkehrte. Vielleicht lag es auch daran, dass Félicette von den Franzosen auf ihre grosse Mission bestens vorbereitet wurde: Sie musste eine Zentrifuge und eine Kompressionskammer überstehen. Insgesamt durchliefen sechs Katzen das Astronautentraining, für den Flug am 18. Oktober 1963 wurde Félicette ausgewählt, eine schwarz-weiss gemusterte Pariser Strassenkatze. Leider wurde sie danach der Wissenschaft geopfert: Die Forscher schläferten sie ein, um ihr Hirn nach dem Ausflug ins Weltall genauer zu untersuchen.

Die First Cat: Socks (1991–2009)

Socks am Rednerpult im Weissen Haus (Bild: Keystone)

Die Tuxedo-Katze legte einen steilen sozialen Aufstieg hin: Als junges Tier wurde Socks von einer gewissen Chelsea Clinton gefunden und aufgenommen, nur wenig später zog er ins Weisse Haus ein, als Chelseas Vater Bill Clinton 1992 zum amerikanischen Präsident gewählt wurde. Seinen Namen erhielt Socks wegen seiner weissen Pfoten, die an Strümpfe erinnerten. In Washington führte die First Cat erst ein geruhsames und komfortables Leben, das sich allerdings deutlich trübte, als 1997 der schokobraune Labrador Buddy einzog. Socks und Buddy hatten zeitlebens ein unterkühltes Verhältnis, so wird übereinstimmend berichtet. Nach Clintons Auszug aus dem Weissen Haus lebte der Kater bei dessen früheren Sekretärin, bis er 2009 einem Krebsleiden erlag. Die traurige Nachricht war der Clinton-Stiftung eigens eine Pressemitteilung wert.

Der Politische: Hank (2001–2014)

Hank im Wahlkampf (Bild: hankforsenate.com)

Von der Strasse hat es der Maine-Coon-Kater Hank beinahe bis in den amerikanischen Senat geschafft. Denn seine Besitzer Matthew O’Leary und Anthony Roberts liessen ihn 2012 aus Jux für den Senat kandidieren. Tatsächlich gelang es Hank, die 10'000 Unterschriften zu sammeln, die im US-Bundesstaat Virginia nötig waren, um ihn zur Wahl aufzustellen. Hank und seine Besitzer organisierten sogar einen richtigen Wahlkampf auf Facebook und Twitter, doch für den Einzug in den Senat reichte es am Ende doch nicht. Gemäss den Besitzern wurde Hank immerhin Dritter, und dank der Kampagne konnten mehrere Tausend Dollar für den Tierschutz gesammelt werden. Zwei Jahre später starb Hank im Alter von 12 Jahren an Krebs.

Die Geklonte: CC (*2001)

CC im Alter von sieben Wochen (Bild: Keystone)

Sie war die erste geklonte Katze, daher ihr Name CC («Copy Cat»). Auf das Klonschaf Dolly im Jahr 1996 folgte 2001 mit CC das nächste Forschungswunder. Sie war die einzige Katze, die von 87 geklonten Embryonen überlebt hatte. Ihre Klonmutter war eine Schildpattkatze, ihre Leihmutter ein Tigerli. Heraus kam ein einzigartiges Fellmuster: weiss mit einzelnen Tigermustern. Eine Weile lang wurde ihre Existenz verschwiegen: Erst 2002, als klar war, dass CC überleben würde, erfuhr die Öffentlichkeit von der ersten Klonkatze. Mit fünf Jahren brachte CC drei natürlich gezeugte Kätzchen zur Welt. Sie lebt heute bei einem Mitarbeiter des damaligen Forschungsprojekts.

Die Filmkatze: Solomon

Solomon in den Armen des Bösewichts (Bild: Youtube/oli sorenson)

Die Türkisch Angora Solomon war der Liebling von Bösewicht Ernst Stavro Blofeld. Die Filmkatze sass in sage und schreibe vier Bond-Filmen auf dessen Schoss und liess sich – von 007 völlig unbeeindruckt – genüsslich kraulen. Seinen letzten Auftritt hatte Solomon 1971 im Film «Clockwork Orange». Der Kater galt als umgänglich und talentiert, allerdings hatte er die Angewohnheit, sich in Blofelds Armen zu erleichterten, wenn ihm die Explosionen am Set zu viel wurden.

Die Grummelige: Grumpy Cat (*2012)

Grumpy Cat posiert in New York (Bild: Keystone)

Sie ist ein Katzenstar, wie ihn nur unsere Zeit hervorbringen kann: Grumpy Cat ist ein Internetphänomen, sie hat sozusagen die Gattung der Katzenvideos begründet. Ihr Aufstieg begann 2012 mit einem Youtube-Video, das sogleich viral ging. Heute hat sie 2,4 Millionen Instagram-Follower – die in Arizona geborene Grumpy Cat spielt in einer eigenen Liga und hat es sogar ins Wachsfigurenkabinett von Madame Tussauds geschafft. Ihren mürrischen Gesichtsausdruck, der Grumpy Cat berühmt gemacht hat, verdankt sie einem Gendefekt, dem sogenannten felinesken Kleinwuchs. Ihrer Besitzerin bringt Tardar Sauce, so heisst Grumpy Cat mit bürgerlichem Namen, Millionen ein. Es ist ein Familienunternehmen: Die ehemalige Kellnerin managt heute vollamtlich ihre berühmte Katze, ihr Bruder bespielt die sozialen Medien. Grumpy Cat ist Werbeträgerin, eingetragene Marke, Filmstar. Aktuelles Projekt: Ein Parfum, Limited Edition.

thu/lm

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