Bischof wird beschuldigt, Ariana Grande begrapscht zu haben

Der Bischof, der die Trauerfeier für Aretha Franklin geleitet hat, hat sich nach starker Kritik bei der Sängerin entschuldigt.

Die Position der bischöflichen Hand hat Aufruhr ausgelöst. Stunden später entschuldigte sich Charles H. Ellis. (AFP)

Er müsse sich entschuldigen, sagt Bischof Charles H. Ellis, als er Ariana Grande ans Podium holt. Er habe ihren Namen im Programm der Trauerfeier für die «Queen of Soul» Aretha Franklin gelesen und sich gefragt, ob «Ariana Grande» ein neues Gericht auf der Karte von Taco Bell sei – der Kette für mexikanisches Fast Food.

Ein paar Stunden später wird Ellis sich noch einmal entschuldigen. Allerdings für etwas anderes als mangelndes Pop-Wissen und schlechte Namenswitze.

Denn während er Ariana Grande da auf dem Podium für ihren Auftritt dankt, liegt sein Arm um ihren Rücken. Seine Hand drückt gegen ihre rechte Brust und sie bleibt da, viele Sekunden lang. Grande scheint sich ein bisschen zu winden, blickt sich um, lacht.

Die Sängerin hat gerade eine Interpretation von Aretha Franklins «Natural Woman» gesungen, ausgerechnet, und nun soll sie mit dem Bischof scherzen, danach kommt der nächste prominente Trauergast auf die Bühne.

Nach dem Auftritt wird Ariana Grande vom Bischoff fragwürdig festgehalten und umarmt. Ebenfalls beachtenswert: Der Blick von Bill Clinton und wohin der Ex-Präsident schaut. (Youtube)

Die Szene dauert eine halbe Minute. Aber von den acht Stunden, über die sich Aretha Franklins Trauerfeier erstreckte, sind es diese dreissig Sekunden, die den grössten Nachhall fanden.

Erst hatte es Entrüstung über Grandes kurzes schwarzes Kleid gegeben, dann über den Taco-Bell-Witz. Aber bald tauchte auf Twitter der Hashtag #RespectAriana auf, eine Anspielung auf Aretha Franklins Hit «Respect», der zur Hymne sowohl der schwarzen Bürgerrechtsbewegung wie auch von Frauenrechtlerinnen wurde. Ein Bischof habe Ariana Grande begrapscht und das in aller Öffentlichkeit, in einer Kirche, auf einer Beerdigung, noch dazu auf der Beerdigung einer grossen Frau, schreiben Twitter-Nutzer, darunter auch andere Pfarrer. Auch Prominente wie der Late-Night-Moderator Trevor Noah wiesen auf den Vorfall hin, Fotos der Szene wurden geteilt.

«Fast ein Jahr, nachdem die Metoo-Debatte begonnen hat», schreibt die New-York-Times-Reporterin Maggie Astor in einem Tweet, «wir sind so weit gekommen, aber es scheint, als habe sich wenig verändert.»

Charles H. Ellis entschuldigte sich Stunden später. «Ich würde niemals absichtlich die Brust einer Frau berühren», sagte er. «Vielleicht habe ich eine Grenze überschritten, vielleicht war ich zu freundschaftlich und familiär. Ich entschuldige mich ehrlich, persönlich bei Ariana und bei der hispanischen Community.» Ob er damit den Taco-Bell-Scherz meinte, war nicht klar. Ariana Grande jedenfalls hat italienische Vorfahren.

Auch Ariana Grande musste sich kritisieren lassen: Ihr Kleid sei für eine Trauerfeier zu kurz, lauteten die Vorwürfe. (Reuters/Mike Segar)

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