So ein Müll! Das muss nicht sein

Abfall vermeiden schont die Umwelt und den Geldbeutel: Die «Zero Waste»-Bewegung wird immer grösser. Doch wie geht das, keinen oder wenig Müll zu verursachen? Und wie lebt es sich damit? Wir haben zehn Tipps zusammengetragen.

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Nina Kobelt@Tamedia

Der Müll von Familie Johnson aus San Francisco hat in einem Einmachglas Platz. Es ist nicht der Müll eines Tages oder einer Woche, sondern eines ganzen Jahres. Die Französin Bea Johnson (41) lebt mit ihrer Familie seit 2008 «waste-free», also abfallfrei.

Sie ist eine Pionierin in der «Zero Waste»-Bewegung, die immer grösser wird. «Wir sind glücklicher und führen ein sinnvolleres Leben», schreibt sie in ihrem Buch «Zero Waste Home». «Es geht jetzt um Erlebnisse und nicht mehr um Ware, die wir besitzen.»

Video: «Zero Waste» mit Bea Johnson

Quelle: Youtube

In der Schweiz produziert jeder Einwohner je nach Studie pro Jahr um die 700 Kilogramm Abfall. Das ist Europarekord, nur Dänemark wirft annähernd so viel Müll weg wie wir (der Durchschnitt in Europa liegt bei knapp 500 Kilogramm).

Die Abfallmenge pro Person hat sich in der Schweiz seit den 1930er-Jahren fast versechsfacht. Dass die Schweiz auch Spitze im Recyclen ist, mag ein wenig über diese erschreckenden Zahlen hinwegtrösten, ändert aber nichts an der Tatsache, dass wir zu viel Abfall produzieren.

Abfall ist nicht nur ein Umweltproblem, sondern auch ein wirtschaftlicher Verlust. Das zeigt sich nicht nur im grossen Rahmen, sondern schon in einem Haushalt. Sowohl Bea Johnson als auch die Familie Bunk und die Co-Autorin, die eben das Buch «Besser leben ohne Plastik» herausgegeben haben, beteuern, wie viel günstiger ein Leben ohne Abfall sei. Logisch: Müllvermeidende Familien kaufen zum Beispiel eine oder zwei Seifen statt Dutzende Plastikflaschen mit Shampoo und Duschgel.

Ghüder zu vermeiden, ist in jeder Lebenssituation möglich: im Haushalt, im Büro oder Betrieb, in der Schule oder in der Freizeit. Man muss ja nicht gleich auf alles verzichten wie Bea Johnson, die «Zero waste» in aller Konsequenz betreibt.

Ausserdem: In aufgeschlossenen amerikanischen Städten wie San Francisco oder in Deutschland (Familie Bunk lebt in München) gestaltet sich zum Beispiel das plastikfreie Einkaufen einfacher als in Bern, weil es entsprechende Geschäfte gibt, in denen man mit eigenen Behältern Esswaren auffüllen kann. In der Schweiz steht einzig in Zürich ein Markt, in dem Produkte verpackungsfrei erhältlich sind.

Trotzdem: Abfall vermeiden ist nicht schwer. Wir haben 10 Tipps zusammengestellt – es gibt noch viele, viele mehr.

Berner Zeitung

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