Nach Kritik am Koran: «Weltwoche» bietet Sicherheitsleute auf

In der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitschrift «Weltwoche» wird der Koran scharf kritisiert. Der Autor Andreas Thiel und die Redaktion sehen sich nun offenbar mit Drohungen konfrontiert.

Ging mit dem Koran scharf ins Gericht: Andreas Thiel. (Archivbild)

Ging mit dem Koran scharf ins Gericht: Andreas Thiel. (Archivbild)

(Bild: Keystone)

«Der Koran ist ein einziger Aufruf zu Gewalt, eine Anleitung für Krieg und Unterdrückung»: So beginnt ein Artikel, der in der aktuellen «Weltwoche» erschienen ist. Auf fünf Seiten setzt sich Satiriker Andreas Thiel in einer «Streitschrift» mit dem Heiligen Buch der Muslime auseinander. Für ihn sei der Koran «Kern des Übels», schreibt Thiel. Dass «islamische Fanatiker zu Terroristen werden» sei kein Wunder, heisst es weiter.

«Ich wollte mit meinem Text zeigen, wie der Koran wirklich ist. Auch die Experten verlieren den Blick fürs Wesentliche und Offensichtliche, wenn es um den Koran geht», erklärt Thiel gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnetz. Er habe während der Recherche drei verschiedene Koran-Versionen gelesen, sein Text sei also fundiert.

Seit der Publikation des Artikels sorgt sich Thiels Umfeld um die Sicherheit des 43-Jährigen. «Ich werde derzeit von allen Seiten vor islamistischen Attacken gewarnt – vom Islamwissenschaftler ebenso wie vom Büezer auf der Strasse», sagt Thiel. Auch er selber sei sich bewusst gewesen, dass er sich mit dem Text stark exponiere.

Tatsächlich seien bei ihm am Freitagmorgen Drohungen eingegangen, erklärt Thiel gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnetz. In einer Mail sei er als «dummer Hurensohn» und als «scheiss Tumor» bezeichnet worden. Auch hätten sich mehrere anonyme Anrufer per Handy gemeldet. «Sie sagten, meine Publikation sei ein Fehler gewesen und ich mache ‹grosse Probleme›.» Er sei bereits bei der Polizei gewesen, erklärt Thiel. «Einzelne Anrufe zurückzuverfolgen bringt nichts. Die Polizei rät mir aber, mich sofort zu melden, falls die Bedrohung konkreter werden sollte.»

Gemäss einer Meldung von «20 Minuten Online» wird das Redaktions-Gebäude der «Weltwoche» derzeit von Sicherheitsleuten bewacht.

ajk/lsch

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