Eine Reparatur und schon pleite

Unerwartete grössere Ausgaben übersteigen die finanziellen Möglichkeiten von 17,1 Prozent der Schweizer Bevölkerung. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern steht die Schweiz damit aber noch gut da.

Für viele ein Schaden, den sie nicht alleine bezahlen können: Beschädigtes Auto auf einem Lastwagen.

Für viele ein Schaden, den sie nicht alleine bezahlen können: Beschädigtes Auto auf einem Lastwagen.

(Bild: Keystone)

Grössere Ausgaben für Reparaturen oder grössere Anschaffungen waren für 17,1 Prozent der Schweizer Bevölkerung im Jahr 2012 nicht aus eigenen Finanzmitteln zu stemmen. Im europäischen Kontext ist das ein tiefer, wenn auch nicht der tiefste Wert. Diesen verzeichnet Norwegen mit 10,2 Prozent der Bevölkerung. In Schweden (17,6 Prozent) sieht es ähnlich aus wie in der Schweiz.

Im EU-Vergleich waren unerwartet anfallende Ausgaben für weit mehr Menschen ein Problem: Im Schnitt konnten 40,2 Prozent unerwartete Reparaturen oder plötzlich erforderliche Anschaffungen nicht allein finanziell bewältigen. In Deutschland schätzte ein Drittel der Bevölkerung (33,4 Prozent) seine eigene Lage entsprechend ein. Diese Werte werden im Rahmen der jährlich in der EU durchgeführten Studie über Einkommen und Lebensbedingungen der Bevölkerung (EU-SILC) erhoben. Einige Daten werden auch für die Schweiz ausgewiesen.

Wie das deutsche statistische Amt in Wiesbaden mitteilte, verzichteten in Deutschland knapp 22 Prozent der Bevölkerung aus finanziellen Gründen auf Ferienreisen. Bei der Ernährung konnten es sich 8,2 Prozent der Bevölkerung aus finanziellen Gründen nicht leisten, mindestens jeden zweiten Tag eine Mahlzeit mit Fleisch, Geflügel oder Fisch oder ein entsprechend vegetarisches Essen einzunehmen. Im EU-Durchschnitt seien es 11 Prozent gewesen, berichteten die Statistiker unter Berufung auf die EU-weit vergleichbare Erhebung.

Auf Ferienreisen verzichteten im EU-Durchschnitt 39,6 Prozent. Unter der ohnehin armutsgefährdeten Bevölkerung waren die finanziellen Schwierigkeiten den Statistikern zufolge besonders gross. So musste in Deutschland rund ein Viertel (24,8 Prozent) aus finanziellen Gründen häufiger auf vollwertige Mahlzeiten verzichten. Fast drei Viertel (73,2 Prozent) der Armutsgefährdeten konnten unerwartet auftretende Ausgaben nicht aus eigener Kraft finanziell bewältigen. Mehr als die Hälfte von ihnen (57,6 Prozent) konnte aus finanziellen Gründen nicht einmal für eine Woche in die Ferien fahren.

rub/AFP

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