Studien über Wein, das lasse sein

Ist ein tägliches Glas Wein gesund oder schädlich? Unsere Infografik zeigt: Die Studien dazu sind so inflationär wie widersprüchlich.

Philippe Zweifel@delabass

Vor ein paar Tagen war es wieder mal so weit: Eine Meldung betreffend der Schädlichkeit von einem Glas Wein machte weltweit die Runde: «Auch ein Glas Wein am Tag kann schädlich sein», titelte die «Süddeutsche». «Extra glass of wine a day will shorten your life by 30 minutes», hiess es beim «Guardian». Doch nur zwei Monate zuvor las man in den amerikanischen «Daily News», dass moderater Alkoholkonsum der Schlüssel für ein langes Leben sei. Alle Meldungen beruhten auf wissenschaftlichen Studien.

Tatsächlich vergeht kaum eine Woche, ohne dass von einer Ernährungsstudie zu lesen ist. Der Klassiker darunter ist das Glas Wein – das mal schädlich, mal gesund sein soll. Der Grund: Ernährungsstudien sind meistens Beobachtungsstudien, mit ihnen lassen sich Korrelationen aber keine Kausalzusammenhänge feststellen. Beispiel: Ob Weintrinker weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, könnte – muss aber nicht – am Traubensaft liegen. Und selbst wenn der Traubensaft gut fürs Herz sein sollte, steigert er vielleicht das Krebsrisiko.

Wir haben im Zeitraum der letzten drei Jahre solche Schlagzeilen und die Studien, die dahinter stehen, gesammelt und ausgewertet. Wer sich vom Resultat die endgültige Klärung der Frage erhofft, ob ein Glas Wein nun gesund oder ungesund ist, muss leider enttäuscht werden. Sicher ist nur: Die nächste entsprechende Weinmeldung können Sie getrost ignorieren.

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