Käffchen

Andere Länder, andere Sitten. Und Kaffee heisst nicht überall Kaffee.

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Neulich im Café Einstein in Bern. Neben mir zwei Deutsche. Sie zum Kellner: «Ich hätte gern einen, äh, wie heisst denn das bei euch... Latte mecchiato. Kennt ihr das in der Schweiz? L-a-t-t-e m-e-c-c-h-i-a-t-o?» Der Kellner (tiefenentspannt): «Natürlich, Latte macchiato.» Sie (erleichtert): «Super, dann nehme ich das. Also Sie wissen, Kaffee, viel Milch...» Darauf der Kellner (noch tiefenentspannter): «Genau, das ist Latte macchiato. Kommt sofort.»

Dann wendet sich der Kellner an den Herrn: «Was darf ich ­Ihnen bringen?» Der Herr: «Wissen Sie, Monsieur, Kaffee wird eben nicht überall gleich genannt. In Österreich ist ein Espresso ja ein kleiner Schwarzer, in Deutschland heisst es Espresso. Haben Sie in der Schweiz auch eigene Namen? Für Kaffee?» Der Kellner erklärt galant, dass man sich in der Schweiz an das italienische Kaffeevokabular halte. Espresso, Cappuccino, Latte macchiato – mit ein paar Ausnahmen wie Milchkaffee oder Schale. Der Herr nickt und bestellt einen Kräutertee.

Nachdem der Kellner gegangen ist, unterhalten sich die beiden. «Die Schweizer sind schon speziell», sagt die Dame. «Halten sich politisch aus allem raus, aber beim Kaffee machen sies wie die Italiener.» Der Herr nickt: «Dabei dachte ich, die Schweiz sei kulturell eher an Frankreich orientiert.» – «Ja, besonders die Tessiner», murmle ich auf Berndeutsch. Der Herr schaut zu mir ­herüber. Sein Blick bleibt an ­meinem Getränk hängen. «Entschuldigen Sie. Das sieht ja ­interessant aus, was Sie da trinken. Darf ich fragen, was das ist?» – «Das ist Cola», sage ich. «C-o-l-a.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.04.2016, 18:38 Uhr

BZ-Redaktorin Maria Künzli

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