Eltern verleiten ihre Kinder zum Magerwahn

Wenn es um Schönheitsideale geht, üben Erwachsene oft Druck auf ihre Sprösslinge aus. Experten sind alarmiert.

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Erwachsene drängen ihren Kindern den Traum einer schlanken und ranken Figur auf. Diese fragwürdige Entwicklung beobachtet die ETH-Lebensmittelwissenschaftlerin Marianne Botta etwa im Kanton Zug.

«Wenn Heranwachsende in einem Umfeld leben, in dem die Mutter ständig vor dem Spiegel steht und sich über ihr eigenes Aussehen beschwert, überträgt sich das vielfach auch auf die Kinder», sagt Botta zur «Zentralschweiz am Sonntag».

Immer wieder bekommt die renommierte Ernährungsexpertin zu hören, dass im Kinder während den Mittagstischen im Kanton Zug winzige Portionen zu sich nehmen und auch dann nicht mehr essen, wenn sie noch Hunger haben.

Eine Luxuskrankheit?

Da sich schulische Leistungen nur bedingt beeinflussen lassen, werde umso mehr Wert auf Äusserlichkeiten gelegt. Der Druck der Eltern könne laut Botta sehr subtil erfolgen, indem sie ihre Kinder etwa häufig für ihr Aussehen loben.

Betroffen seien vor allem Kinder, die aus der Ober-und Mittelschicht stammen. In diesen Kreisen würden überflüssige Pfunde als Stigma, als Zeichen von Schwäche gelten.

Auch Bettina Isenschmid, Chefärztin am Kompetenzzentrum für Essverhalten, Adipositas und Psyche am Spital von Zofingen, bestätigt gegenüber der Zeitung, dass Krankheiten wie Ess-, Brech- und Magersucht häufiger in der Mittel- und Oberschicht auftreten. Der Kampf mit den körperlichen und psychischen Beschwerden dauere oftmals ein Leben lang.

kaf

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