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«Die neue Generation arbeitet selbstkritischer»

Sie waren noch nie so gut wie heute, noch nie so begehrt und noch nie so teuer: Burgunder Weine. Was steckt hinter dem Mythos? Ein Gespräch mit dem Experten Patrick Mayer.

Stefan Keller
Klima und Böden der Côte-d'Or sind prädestiniert für weissen Burgunder aus Chardonnay und roten Burgunder aus Pinot noir.
Klima und Böden der Côte-d'Or sind prädestiniert für weissen Burgunder aus Chardonnay und roten Burgunder aus Pinot noir.
Fotolia
Aus guter NachbarschaftDominique Lafon, der berühmte Produzent aus ­Meursault, beweist mit seinen Abfüllungen Domaine des Héritiers du Comte Lafon, dass auch aus dem ­weniger bekannten Mâconnais Gutes kommt.  Seit 1999 keltert Dominique Lafon in der AOC Viré- Clessé vorzüglichen, ­eigenständigen Chardonnay. Er ist etwas früher ­zugänglich als die Gewächse aus der Côte de Beaune. Florale Noten, Mineralität und eine bemerkenswerte Fülle prägen den Wein.Viré-Clessé 2013, Domaine des Héritiers du Comte Lafon, ­Milly-Lamartine, 75 cl, 35.80 Franken
Aus guter NachbarschaftDominique Lafon, der berühmte Produzent aus ­Meursault, beweist mit seinen Abfüllungen Domaine des Héritiers du Comte Lafon, dass auch aus dem ­weniger bekannten Mâconnais Gutes kommt. Seit 1999 keltert Dominique Lafon in der AOC Viré- Clessé vorzüglichen, ­eigenständigen Chardonnay. Er ist etwas früher ­zugänglich als die Gewächse aus der Côte de Beaune. Florale Noten, Mineralität und eine bemerkenswerte Fülle prägen den Wein.Viré-Clessé 2013, Domaine des Héritiers du Comte Lafon, ­Milly-Lamartine, 75 cl, 35.80 Franken
zvg
Liebe auf den zweiten SchluckPascal Mugneret ist einer der jüngeren Burgunder- Produzenten, welche selbstkritisch am Erbe ihrer Vorfahren ­feilen. 2013 gilt generell als filigranes Jahr.  Mugnerets Abfüllung braucht Zuwendung, die Klasse des Weins ­zum Beispiel offenbart sich nicht im ersten Riechen, nicht im ersten Schluck. Wer ihn dekantiert und ihm im Glas etwas Zeit lässt, wird reichlich belohnt. Dann zeigt sich Präzision, Struktur, Frische und Aus­gewogenheit.Vosne-Romanée 2013, Gérard Mugneret,  Vosne-Romanée, 75 cl, 61 Franken
Liebe auf den zweiten SchluckPascal Mugneret ist einer der jüngeren Burgunder- Produzenten, welche selbstkritisch am Erbe ihrer Vorfahren ­feilen. 2013 gilt generell als filigranes Jahr. Mugnerets Abfüllung braucht Zuwendung, die Klasse des Weins ­zum Beispiel offenbart sich nicht im ersten Riechen, nicht im ersten Schluck. Wer ihn dekantiert und ihm im Glas etwas Zeit lässt, wird reichlich belohnt. Dann zeigt sich Präzision, Struktur, Frische und Aus­gewogenheit.Vosne-Romanée 2013, Gérard Mugneret, Vosne-Romanée, 75 cl, 61 Franken
zvg
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Patrick Mayer, Sie sind überzeugt, dass Burgunder im Vergleich zu anderen Weinen feiner, weniger standardisiert, vielschichtiger und terroirgeprägter sind.Patrick Mayer: Dazu muss ich ein bisschen ausholen. Im Verlauf der Zeit kam ich zu der Überzeugung, dass es eigentlich nur drei grosse Rotweinsorten gibt: Pinot noir, Nebbiolo und Grenache. Alle drei vermögen das Terroir, also die Eigenheiten des Standorts, wo sie wachsen, am präzisesten zum Ausdruck zu bringen. Der Wein macht spürbar, ob die Trauben auf kalk-, ton- oder schieferhaltigen Böden gewachsen sind. Beim Pinot noir sind diese Unterschiede bereits bei jungen Weinen erkennbar.

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