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Die Heilige Agatha in aller Munde

Der Schutzpatronin gegen Feuer und Brand sind besondere Brote gewidmet – und vom Pfarrer gesegnet.

Nina Kobelt, Plaffeien
Agathabrot, in Plaffeien vom Pfarrer gesegnet. Fotos: PD
Agathabrot, in Plaffeien vom Pfarrer gesegnet. Fotos: PD

Wenn sich Bauern plötzlich mehr als sonst für altes Brot interessieren, und wenn in manch einem Haushalt Brezeln in der Schublade landen, dann ist Anfang Februar. Der 5., um genau zu sein, der Tag der Heiligen Agatha. Diese wird seit frühchristlicher Zeit als Schutzpatronin gegen Feuer und Brand geachtet.

Dieser Verehrung vorangegangen ist eine makabere Geschichte, in der ein römischer Statthalter eine Rolle spielte und der Ausbruch des Vulkans Ätna, doch darauf wollen wir nicht eingehen. Aber auf das Agathabrot, das ihr zu Ehren zum Beispiel in Plaffeien im Senseoberland gebacken wird. 2500 Stück sind es dieses Jahr, der Grossteil der geformten Teiglinge liegen aber noch tiefgekühlt im Gefrierraum der Bäckerei Fontana.

Am Mittwoch dann, um 5 Uhr morgens, werden die fertigen Brote aus einem speziellen Zopfteig vom Pfarrer gesegnet. Und später in Schubladen versorgt, in Ställen aufgehängt oder einfach gegessen. Sie schützen vor Feuersbrunst, sagt man, zumindestin katholischen Kantonen. Die Fontanas verkaufen sie nur an zwei Tagen im Jahr.

Wenig mehr sind es bei der Schwyzer Bäckerei Lüönd. Jeweils vom 1. bis am 5. sind dort Agatharingli, die übrigens auch ins «Kulinarische Erbe der Schweiz» aufgenommen wurden, erhältlich. Auch sie wurden gesegnet, allerdings schon früher. Ein Geistlicher schaut jeweils in der Backstube vorbei, um das Mehl zu benedeien. Daraus backen die Angestellten nicht nur Agatharingli, sondern auch andere Backwaren.

Beliebte Backwaren, muss man sagen, es ist ja alles gesegnet. Deshalb interessiert auch, was übrig bleibt: Die Bauern geben das Altbrot gern ihrem Vieh zu fressen. Früher hat die Bäckerei an nur einem Tag Agathabrot verkauft. Die Nachfrage sei aber derart gestiegen, dass man auf fünf Tage ausgeweitet habe, sagt Inhaber Andy Lüönd. Ähnlich wie bei den Schwingfesten: ein alter Brauch – voll im Trend.

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