«Wer nur Emmentaler herstellt, kann nicht überleben»

Der starke Franken, Überkapazitäten und ein harter Preiskampf bereiten den Emmentaler-Produzenten schwierige Zeiten. Zahlreiche Käsereien mussten bereits schliessen. Andere begehen neue Wege.

Setzt auf Diversifizierung: Thomas Hofer zur Krise des Emmentalers.
Video: Keystone

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Für die Emmentaler-Produzenten sind die Aussichten nicht besonders rosig. Schlechte Margen wegen Überkapazitäten, Fälschungen im Ausland, ein harter Preiskampf in der Schweiz und nun auch der starke Franken bereiten ihnen Mühe. «Im Juni haben infolge des starken Frankens fünf Käsereien geschlossen», erklärt Christoph Stadelmann von Emmentaler Switzerland. Auch im Juli habe sich diese Tendenz fortgesetzt.

«Wer nur Emmentaler herstellt, kann nicht überleben», bestätigt Thomas Hofer von der Dorfchäsi Aarwangen. Die Margen seien inzwischen so tief, dass man von der Emmentaler-Produktion allein nicht mehr leben könne. Seine Käserei geht deswegen neue Wege, um nicht einzugehen. Hofer setzt auf Diversifizierung: Eigener Käse, Joghurt und Butter gehören ebenfalls zu seinem Sortiment. Hofer wird trotz der Krise auch in Zukunft Emmentaler produzieren, ausbauen werde er diesen Bereich aber nicht. Für die Käsereien, die nur auf Emmentaler setzen, sieht er schwarz. (jak/Keystone)

Erstellt: 10.08.2011, 11:10 Uhr

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