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Das Knirschen der Kufen über dem stillen See

Über den gefrorenen Saimaa-See in die Einsamkeit: Schlittschuhwandern wird in Finnland immer populärer.

Wir sehen rein gar nicht nach Eisprinzessin und Eisprinz aus: Jari Heiskanen wappnet uns gegen die Minusgrade mit Thermoanzügen, neongelben Sicherheitswesten, dicken Fäustlingen, Wollmützen und Stricksocken. Und erst die Schlittschuhe. So etwas haben wir noch nicht gesehen: klobig-unförmige Wanderstiefel wie aus den 50er-Jahren, an die man sich 45 Zentimeter lange Aluminiumschienen mit Stahlkufen schnallt. «Früher waren die Schienen aus Holz und die Kufen aus Tierknochen. Damit sind die Finnen schon vor 4000 bis 5000 Jahren über die Seen gerutscht», erklärt der Führer. Die Finnen haben das Schlittschuhlaufen also erfunden, was Forscher von den Universitäten Oxford und Manchester bestätigen.

Das wird also nichts mit elegantem Pirouettendrehen. Links, rechts, links, rechts fahren wir die überlangen Kufen aus und heben kaum die Beine, damit wir nicht darüberfallen. Bei Jari sieht das so einfach, rhythmisch und dynamisch aus, wie er mit den Stöcken Gas gibt und rasant dahingleitet. Wir dagegen martern das Eis und uns, rattern, kratzen, stolpern und scharren schwerfällig über den Boden, bis wir nach ein paar Hundert Metern Sicherheit gewinnen und der Spass beginnt.

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